19.05.2011 09:29

E-Commerce: Alternativen zu Dawanda und Ebay für Verkäufer individueller Waren

handbagEs ist die klassische Herausforderung für junge Designer: man hat ein tolles Produkt entwickelt und möchte es nun verkaufen. Egal ob Umhängetaschen aus alten Gummiboten, Schmuck aus Recycling-Material oder T-Shirts aus Bio-Baumwolle.

An Ideenreichtum mangelt es in den seltensten Fällen. An Kundeninteresse meistens auch nicht – aber dafür müssen die Kunden erst einmal etwas von den tollen Waren mitbekommen.

Deswegen gilt grundsätzlich: je mehr man online oder offline präsent ist, desto bessere Chancen hat man seine eigene Marke aufzubauen und zu stärken. Deswegen kann ein eigenes Verkäuferkonto auf Dawanda und Ebay sehr sinnvoll sein.

So sehen die Vor- und Nachteile der beiden Plattformen aus:

Ebay
Dawanda
+ hoher Bekanntheitsgrad
+ Besucherfrequenz
+ Vertrauen in die Plattform
- Gefahr in der Masse der Produkte unterzugehen
- hohe Gebühren
+ Ideales Umfeld für individuelle Produkte
+ moderate Gebühren
+ Community

 

Welche alternativen Verkaufsplattformen gibt es?

Außer dem amerikanischen Dawanda Vorbild Etsy gibt es eigentlich kaum ernsthafte alternative Verkaufsplattformen. Allerdings kämpf Etsy derzeit noch mit der deutschen Sprache und wird es schwer haben, Dawanda im deutschsprachigen Raum überhaupt noch einzuholen.

Gemessen an verschiedenen Website-Bewertungskriterien scheinen weitere Alternativen wie VonDir.de, Shopwindoz, Hokohoko.com und KunstVonUns.de ein eher überschaubares Publikum anzuziehen. Große Umsätze würde ich mir von diesen Plattformen nicht unbedingt versprechen.

online shopWeniger Alternative als Notwendigkeit ist hingegen ein eigener Online Shop. Gerade der Aspekt der Markenbildung lässt sich natürlich am besten dort realisieren, wo man sich so individuell wie möglich präsentieren kann. Außerdem kann man sämtliche Verkaufsprovisionen einfach einsparen.

Hinzu kommt, dass die Integration eines eigenen Blogs dabei helfen kann, sich sehr transparent und kundennah zu präsentieren. Ein netter Nebeneffekt: wer viele Blogartikel produziert, bekommt langfristig mehr Besucher über Suchmaschinen.

Die Serie „Schritt-für-Schritt den eigenen Online Shop erstellen“ zeigt am Beispiel des Handtaschen-Shops LISICHKA, wie man einen kleinen Online Shop am besten aufsetzt und welche einfach zu bedienenden und günstigen Shop-Baukasten Anbieter es gibt.


Den eigenen Online Shop über Ebay und Dawanda bewerben?

Offiziell ist das verständlicherweise nicht erlaubt. Es gibt aber durchaus Wege, wie man dem eigenen Online Shop einen kleinen Anschub über die Profile bei den beiden Verkaufsplattformen geben kann.

Wer ein Angebot einstellt, sollte sein Logo verwenden - der Markenname klar ersichtlich. So sollte es für Interessenten schon mal ganz einfach möglich sein den Shop zu googlen. Ebay scheint zu erkennen, wenn sich in dem Bild eine URL versteckt – folglich wird das Angebot gestoppt. Bei Dawanda habe ich solche URLs in Bildern bereits häufiger gesehen, offiziell verstößt das allerdings gegen die Nutzungsbedingungen.

Bei Ebay kann man ansonsten eine „mich“ Seite einrichten. Auf dieser ist es auch erlaubt auf seine eigene Website zu verlinken und das sollte man auch tun. In den Bedingungen steht, dass dort das gleiche Produkt nicht zum gleichen Preis oder günstiger verkauft werden darf. Ob das im Einzelfall geprüft wird, ist mir nicht bekannt, eine solche manuelle Prüfung dürfte für Ebay allerdings sehr aufwändig sein.

Da man bei Ebay und Dawanda sonst keine URLs angeben darf, kann man versuchen seine E-Mail Adresse mit der entsprechenden URL prominent anzugeben. So mancher Interessent gibt diese vielleicht direkt ein und macht so Bekanntschaft mit Ihrem Shop.

Was man in jedem Fall versuchen sollte, ist es Wiederholungskäufer das nächste mal in den eigenen Shop zu locken. Das kann man z.B. mit einem E-Mail Newsletter versuchen - allerdings ist dabei zu prüfen, ob das rechtlich in Ordnung ist, d.h. ob man ein gültiges Opt-in nachweisen kann.

Fazit

Dawanda und Ebay sind sehr gut dafür geeignet schnell ein großes Publikum zu erreichen. Langfristig effektiver und kostengünstiger ist es allerdings die eigene Website mit integriertem Online Shop aufzubauen und hauptsächlich darüber zu verkaufen.


Wie sehen eure Erfahrungen aus? Kennt ihr weitere Alternativen?



Image credit: Flickr / polkadotcreations Fotolia / Sunroots

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