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Wir waren jung und brauchten das Geld“ lautete der gestrige Blogeintrag von Jimdo, dem Homepage-Baukasten Anbieter aus Hamburg. Darin wird noch einmal die kurze, aber scheinbar heftige Beziehung zu 1&1 beleuchtet.

Der ehemalige Investor rund um Galionsfigur Marcel Davis sicherte sich durch dieses kurze Tête-à-tête zwischen 2008-09 die Benutzungsrechte des Jimdo Homepage-Baukastens. Soweit so gut und kein Grund zur Aufregung.

Was aber, wenn nun Goliath, der die Software für die DIY Homepage offensichtlich nicht entwickelt hat, dafür auf der CeBIT einen Innovationspreis verliehen bekommt? Dann fühlt sich David ein wenig hinters Licht geführt. Vor allem wenn dieser sich bereits 2009 für den gleichen Wettbewerb angemeldet hatte.

1&1 Artikel Pressebild

Goliath, überrumpelt von zahlreichen nicht so reizenden Kommentaren auf dem hauseigenen Blog, reagiert erst mal mit einer Antwort, die aus dem Pressemitteilungsautomaten ausgespuckt sein könnte. Dann, nach ausgiebiger Bedenkzeit machte man sich schließlich doch die Mühe einen richtigen Text zu formulieren:

„Von Jimdo stammt die ursprüngliche Technik, quasi der ‚Motor‘ der DIY-Homepage, 1&1 hat aber ein völlig neues und anderes Produkt daraus gemacht.“ (1&1 Blog)

Da ich Davids wie auch Goliaths Produkt seit mehr als einem Jahr kenne und laufend teste, kann ich bestätigen, dass die Branchenausrichtung der Do-It-Yourself Homepage dem Produkt tatsächlich etwas neues gibt – innovativ kann man sagen. Ein Schreinermeister würde sich vermutlich bei 1&1 besser aufgehoben fühlen als bei den Web 2.0 Jüngern von Jimdo. Denn bei 1&1 hat er neben den vorgefertigen Schreinertexten auch gleich sein Schreiner-Layout.

Die Do-It-Yourself-Software selbst ist inzwischen jedoch dem Original in einigen Bereichen unterlegen – so gibt es z.B. kein Blogmodul und der Shop ist nicht so ausgeklügelt wie bei Jimdo. Der Preis drückt das übrigens nicht aus – Goliath verlangt doppelt so viel wie der Underdog. TV Werbung zur besten Sendezeit kostet.

Attacke per Social Media

Was macht jemand heutzutage, der die Gerechtigkeit in Gefahr sieht, dessen Macht ansonsten aber eher begrenzt ist? Er bläst zum Angrif via Social Media. Der oben angesprochene Blogpost war Schritt eins, Schritt zwei, war die #bierundbier Aktion per Twitter. Jedem, der einen Tweet mit dem entsprechenden Hashtag absetzte, winkte eine Flasche Bier.

Twitter-Aufruf

Diese kostengünstige Aktion brachte letztenendes doch einige Aufmerksamkeit und schaffte es kurzzeitig scheinbar sogar in die deutschen Trending Topics. Gemessen an der Tweetzahl war es vielleicht nicht der ganz große Wurf, die Investition in 111 Biere dürfte sich aber dennoch für die Hamburger gelohnt haben.

Fazit

Ob 1&1 diesen Preis verdient hat, sei dahingestellt. Die große technische Innovation haben sie definitiv nicht erbracht. Eine Marketinginnovation hingegen schon – allerdings hieß der Preis „Innovationspreis IT“ und nicht Innovationspreis Marketing.

Von der Sensibilisierung des Massenmarkets für das Thema Homepage-Baukasten profitieren aber letztendlich alle Anbieter – dafür können sie 1&1 auch irgendwie dankbar sein. Auch wenn das einem Anbieter besonders sehr schwer fallen dürfte.

 


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