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Homepage sicher

Gestern bekamen wir eine interessante Frage über unser Kontaktformular:

Hallo!

[…]
Mich würde mal interessieren, wie lange es die verschiedenen Seitenanbieter am Markt schon gibt – bzw. wie „sicher“ kann ich sein, dass es meinen Seitenanbieter in x Jahren noch gibt. Naja, ich verlange keinen Blick in deine Glaskugel, aber kommt so etwas vor?

Danke nochmals für dein interessantes Ebook!
Gruß
Bernd

Das ist eine wichtige Frage, die wir gerne etwas ausführlicher beantworten möchten.

Bei einem online Homepage-Baukasten ist es üblich, dass Webspace, Domain und Homepage-Editor aus einer Hand kommen. Das ist erst mal sehr praktisch. Sollte dieser Anbieter allerdings den Stecker ziehen, steht man natürlich vor einem großen Problem.

Es gab in der Vergangenheit tatsächlich schon Fälle bei denen Homepage-Anbieter die Leistung eingestellt haben. Zum einen der Oldtimer-Dienst Geocities (Yahoo), Microsofts Office Live Small Business (OLSB wurde in das kostenpflichtige Office 365 umgewandelt) und sogar Apple stellte die Entwicklung von iWeb ein.

Warum?

Es gibt zwei Gründe, die für alle drei Anbieter zutreffen:

  • man wusste nicht wie man damit langfristig Geld verdienen soll
  • der Homepage-Baukasten war nur ein kleiner Teil der Gesamtfirma und wurde irgendwann uninteressant

Wie findet man einen Anbieter, der am Markt bestehen bleibt?

Wenn wir uns Homepage-Baukästen ansehen, interessiert uns vor allem folgendes:

  • Wie etabliert ist der Anbieter am Markt? Welche Angaben gibt es über Nutzerzahlen?
  • Gibt es ein vernünftiges Geschäftsmodell (z.B. Bezahltarife)?
  • Ist der Homepage-Baukasten das Hauptgeschäft der Firma?

Anbietercheck

Werfen wir einen Blick auf zwei der größten Anbieter in Deutschland:

Jimdo

Sehen wir uns den Testsieger einmal näher an. Laut eigenen Angaben gibt es rund 6 Millionen Jimdo Websites im Netz. Jimdo stellt keine genauen Angaben über die Anzahl der Bezahlkunden zur Verfügung. Nach unserer Einschätzung dürfte die Zahl im 6-stelligen Bereich liegen.

Jimdo gibt an als Unternehmen profitabel zu sein. Und was wahrscheinlich noch viel wichtiger ist: die Gründer planen langfristig an Bord zu bleiben und wollen das Unternehmen auf absehbare Zeit nicht verkaufen – eine löbliche Einstellung. Jimdo untermauerte diese vor kurzem als eine 8-stellige Finanzierungsrunde ausgeschlagen wurde, weil den Gründer der Spaß an einem tollen Produkt wichtiger ist als ein dicker Scheck.

Für den langfristigen Erhalt des Baukastens spricht auch die Tatsache, dass Jimdo keine Multiproduktfirma ist. Jimdo = Homepage-Baukasten.

1&1 Do-It-Yourself Homepage

Kaum ein Unternehmen investiert so massiv in Marketing wie 1&1. 2011 flossen 61,1 Millionen € in die Werbekampagne. Nach letzten verfügbaren Informationen gibt es inzwischen 320.000 Bezahlkunden. Hier wird es auf jeden Fall noch einige Jahre dauern bis man die Profitabilität erreicht.

Dass 1&1 die DIY-Homepage irgendwann in naher Zukunft einstellt, ist im Grunde nicht vorstellbar. Selbst wenn 1&1 feststellen würde, dass man langfristig mit der DIY-Homepage keinen Gewinn machen könnte, wäre es eine schlechte Entscheidung das Produkt einfach abzuschalten. Zu groß wäre der Imageschaden und außerdem ist es vergleichsweise günstig ein solches Produkt weiterzubetreiben (zur Erwirtschaftung eines Deckungsbeitrages).

Fazit

Es liegt im Bereich des Möglichen, dass ein Homepage-Anbieter sich irgendwann dazu entschließt, das Produkt nicht weiter zu führen. Aus diesem Grunde sollte man sich genau ansehen, an wen man sich bindet. Der Umzug einer Website ist zwar durchaus möglich, aber mit einer Menge Aufwand verbunden, vor allem wenn es um eine größere Website geht.

Zumindest bei Jimdo wie auch bei 1&1 sind wir uns ziemlich sicher, dass es deren Produkte auch in 5 und vermutlich auch noch in 10 Jahren geben wird (wobei 10 Jahre heutzutage ein wahnsinnig langer Zeitraum ist). Dann aber mit 3D-Optimierung und mit Google Glass-Kompatibilität 🙂

Ich hoffe, Bernd, dass das deine Frage beantwortet.

 


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