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Ein Web-Formular ohne Programmierkenntnisse zu erstellen ist mitunter keine einfache Aufgabe. In diesem Blogartikel stellen wir Ihnen drei schlaue Tools vor, die recht erstaunliche Dinge für Sie leisten können.

Formulare sind im Internet überhaupt nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder, schließlich sind die Anwendungsmöglichkeiten äußerst vielfältig. Hier einige typische Anwendungsmöglichkeiten:

  • Kontaktformular
  • Eintragen für eine Mailing-Liste
  • Umfragen durchführen
  • Event-Anmeldung
  • Bestellformular
  • Leads erfassen, z.B. auf einer Messe

Formular – warum der Aufwand?

Diese oben angesprochenen Dinge kann man natürlich alle auch ohne Formular realisieren. Die Alternative bedeutet in der Regel sich per E-Mail und Excel-Liste durch die Datenerfassung zu quälen. Doch das geht auch erheblich einfacher mit Formular-Tools, die ganz ähnlich wie Website-Baukasten funktionieren.

In diesem Artikel stelle ich Ihnen eine Auswahl dieser Helfer vor und erkläre Ihnen, wie Sie innerhalb von ca. 15 Minuten ein voll funktionsfähiges Formular erstellen können – kostenlos und komplett ohne Programmierung wohlgemerkt 😉

Warum es fast immer eine schlechte Idee ist, auf einer Kontaktseite eine E-Mail Adresse anzugeben…

  • Ist ihre Seite bei Google zu finden, freuen sich bald schon Spammer über Ihre E-Mail Adresse. Und glauben Sie mir ’name(AT)email.de‘ zu schreiben bringt nicht viel und ist umständlich für Ihre Besucher.
  • Wenn Sie bestimmte Dinge grundsätzlich brauchen (z.B. die Telefonnummer oder die postalische Adresse), können Sie im Formular einfach ein Pflichtfeld einrichten – was per E-Mail bekanntermaßen nicht geht.
  • Ein Formular kann man direkt ausfüllen, ohne erst seine E-Mail Anwendung zu starten

Bei anderen Anwendungsfällen profitiert man sogar noch weit mehr von dieser strukturierten Datenerfassung. Umfragen sind sicher vollständig und ordentlich auswertbar – außerdem fällt den Teilnehmern das Ausfüllen wesentlich leichter.

So funktioniert ein Formular-Baukasten

In unserem Beispiel zeige ich Ihnen den Formular-Baukasten Wufoo. Man sucht sich aus den verschiedenen Feldtypen einfach aus was man braucht, z.B. Mehrfachauswahl, Textfeld, Dropdown etc. – und zieht diese per Drag’n’Drop rüber in das Formular (Drag’n’Drop ist eine tolle Erfindung!).

Wufoo Baukasten
Danach legen Sie noch eine Bestätigungsseite an und richten die E-Mail Benachrichtigung ein – fertig.

Wufoo in eine Website einzubauen ist ebenfalls denkbar einfach – man kopiert einen JavaScript-Code-Schnipsel und fügt ihn auf seiner Seite ein. Das funktioniert übrigens auch wunderbar mit Websites, die mit Baukästen wie Jimdo, Webnode oder Squarespace erstellt wurden. Über jede neue Registrierung informiert sie dann eine E-Mail in Ihrem Postfach.

Mit dem (englischsprachigen) Wufoo-Support habe ich bislang nur gute Erfahrungen gemacht – ich habe immer eine recht prompte und freundliche Reaktion auf meine Anfragen erhalten, obwohl wir noch nicht mal Bezahlkunden sind.

Praxisbeispiel: unser Kontaktformular

Wir haben vor kurzem unser eigenes Kontaktformular umgebaut. Zwar bietet unser Website-Baukasten ein Standard-Formular, bei dem der Name, die E-Mail Adresse und die Nachricht abgefragt werden – das genügt uns allerdings nicht.

Unser Ziel war es, jedem Kontaktanfrager auch gleich die Möglichkeit zu bieten, unseren Newsletter zu abonnieren (was ich Ihnen übrigens auch empfehlen möchte, falls Sie nicht schon auf unserer Liste stehen). An und für sich nicht so komplex, wir wollten aber noch mehr. Der Abonnent soll auch gleich direkt an das E-Mail System übergeben werden!

Und so wird daraus eine relativ komplizierte Sache:

formular-prozess

  1. Registrierung erfolgt – das Formular sendet Ihnen eine E-Mail Benachrichtigung und schickt die Newsletter-Registrierung gleichzeitig zum E-Mail Tool (per API).
  2. Das E-Mail-Tool sendet eine Bestätigungs-E-Mail (Double-Opt-in) an den neuen Newsletter-Abonnenten.
  3. Wenn der neue Abonnent die Registrierung bestätigt, wird er automatisch der Empfängerliste hinzugefügt.

Drei eigenständige Systeme müssen sich hier zusammenarbeiten, zwei davon ganz eng. Möglich ist diese Übergabe der Newsletter-Abonnenten, da unser E-Mail System MailChimp seit kurzem eine Integration mit dem Formular-Tool Wufoo anbietet. Was mir daran besonders gut gefällt: die optionale Bestätigungs-E-Mail für das Abo. So spielt man auch rechtlich mit sauberen Karten.

Das wirklich Schöne an dieser Sache ist, dass Sie eine eigentlich sehr komplizierte Sache, für die ein Webdesigner sicher einen nicht unerheblichen dreistelligen Betrag einsacken würde, einfach selbst umsetzen können. Wie gesagt, ohne auch nur irgendetwas von Programmierung zu verstehen oder mit heftigen monatlichen Gebühren gegeißelt zu werden.

Weder MailChimp noch Wufoo verlangen in den Freemium-Tarifen auch nur einen einzigen Cent. Der einzige Wehrmutstropfen sind kleine Werbebuttons, die aber kaum stören. Kostenlos bekommt man bei Wufoo drei Formulare pro Account, in welche maximal 100 Registrierungen eingehen dürfen.

Weitere Wufoo-Funktionen

Neben den klassischen Features, die so gut wie jedes Formular bietet, kann Wufoo noch eine ganze Menge mehr:

  • Das Layout des Formulars können Sie über den Theme-Generator vollständig Ihrem eigenen Design anpassen. Profis haben sogar die Möglichkeit mit Style Sheets (CSS) zu arbeiten.
  • Man kann die Registrierung nach Erreichen einer vordefinierten Registrierungszahl oder an einem bestimmten Datum schließen,
  • Dubletten kann man von vornherein ausschließen,
    den Registrierten kann man eine automatische Bestätigung der Registrierung per E-Mail zukommen lassen,
  • ein optional zuschaltbares Captcha schützt vor Spam,
  • die Erstellung relativ komplexer Regeln ist möglich – z.B. bei Umfragen: wenn Antwort A diese Antwort erhält, zeige Antwort B erst gar nicht an.
  • und man kann Zahlungen per Paypal annehmen – das lässt sich Wufoo allerdings gut bezahlen: $29,95 / Monat. Zum Vergleich: ein werbefreier Online-Shop von Jimdo mit verschiedenen Zahloptionen kostet nur 5€ / Monat.

Andere Formular-Baukasten

Google Text und Tabellen: weniger flexibel und mit weniger Optionen als bei Wufoo wartet Google auf. Dafür kann man unbeschränkt Formulare erstellen und Registrierungen annehmen. Für die meisten Fälle bei denen das Layout keine große Rolle spielt (z.B. eine Umfrage für die Diplomarbeit) dürfte das ausreichen. Googles Formular-Baukasten ist auch auf Deutsch verfügbar und kostenlos.

Formstack haben wir nicht getestet, der Funktionsumfang scheint aber ähnlich groß wie bei Wufoo zu sein. Ein besonderes Feature sind mehrseitige Formulare, deren Eingabe man unterbrechen kann und später einfach weiterbefüllt.

Und zusätzlich noch zwei reine Umfrage-Tools (ebenfalls nicht getestet)
Surveymonkey und Surveygizmo sind Umfrage-Baukasten, die leider keine Freemium Tarife anbieten. Zielgruppe sind hier ganz klar Unternehmen, die Umfragen professionell nutzen.

Update 31.05.2010
Ein weiterer Formular-Baukasten, der fast noch besser als Wufoo aussieht (man kann unbegrenzt kostenlose Formulare erstellen), ist JotForm (gefunden bei Josef). Ein Jotform-Tutorial findet ihr hier.

Update 20.06.2014
Zwei weitere interessante Tools sind: Typeform für Registrierungsformulare und Umfragen sowie Survio für Umfragen. Beide Tools bieten kostenlose Tarife an.

Fazit

Was diese Formular-Baukasten bieten, ist teilweise schon recht verblüffend. Auch eingefleischte Programmierer werden angesichts der Funktionsvielfalt das Existenzrecht dieser Tools anerkennen müssen. Denn eines ist sicher: schneller professionelle Formulare erstellen ist kaum möglich.

 

 


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