Online Marketing für kleine Firmen Teil 1 – Warum Sie bloggen sollten

Juni 23, 2010 Published by 15 Comments ,

WeblogWie Gewerbetreibende und Freiberufler wirksam im Netz werben, erfahren Sie in dieser Serie:

Teil 0 Die 8 Gründe warum auch ganz kleine Firmen eine Homepage benötigen
Teil 1, den Sie gerade vor sich haben, erklärt, warum Sie unbedingt bloggen sollten.
Teil 2, erläutert, wie Sie Social News- und Bookmarking Portale nutzen können, um Besucher auf Ihre Website zu bringen.
Teil 3 bringt Ihnen die automatisierte Nutzung von Twitter näher.
Teil 4 zeigt, wie Sie mit Artikelmarketing hochwertige Backlinks auf Ihre Seite bekommen
Teil 5 widmet sich dem Thema Facebook-Fanseite und zeigt Automatisierungsmechanismen

Nachdem eine Website steht, fehlen nur noch die Besucher: der klassische Weg besteht darin gar nichts weiter zu tun (ganz schlecht) oder Pay-Per-Click (PPC) Anzeigen zu schalten, wie z.B. Google Adwords, und so für jeden Besucher einzeln zu bezahlen (suboptimal). Noch vor ein paar Jahren waren die Preise relativ moderat – das kann man heute nicht mehr behaupten: für beliebte Keywords muss man heute oft schon mehr als einen Euro hinlegen. Und das geht ganz schön ins Geld. So sehr, dass es sich oft schon gar nicht mehr rechnet.

Zum Glück gibt aber eine Möglichkeit langfristig Besucherströme auf seine Website zu leiten. Und dazu müssen Sie nur etwas tun, was Ihnen viel Freude bereiten könnte: regelmäßig Artikel verfassen über das, was Ihren Job spannend und interessant macht. Im Rahmen eines Weblogs.

Was genau ist ein Blog?

Da Sie sich gerade auf einer Blogseite befinden, sehen Sie sich einmal kurz um: in einem Blog finden Sie chronologisch geordnete Beiträge (der neueste steht immer ganz oben), es gibt eine Möglichkeit den RSS-Feed über einen Feed-Reader (z.B. Google Reader) zu abonnieren (per Klick auf das orange Fläschchen unten links) und ganz wichtig: man kann Kommentare abgeben.

Und gerade die Kommentarfunktion hat in gewisser Weise eine heilende Wirkung. Lügen werden darüber abgestraft, genauso wie langweilige Texte. Und so ist aus Blogs eine ganz neue Art der Kommunikation geworden, die ein hohes Ansehen genießt. Als Neublogger bekommt man das natürlich nicht automatisch – man kann es sich durch gute Beiträge aber erarbeiten. Weitere Details zum Thema Weblog bietet Wikipedia.

7 wichtige Vorteile des Bloggens

  • Regelmäßig aktuelle News – Ihre Website bekommt eine dynamische Komponente. Das finden nicht nur Ihre Besucher gut, sondern auch Suchmaschinen. Nicht umsonst wird Blog mit „Better Listing On Google“ umschrieben
  • Sie bauen einen reichen Fundus an Keyword-relevanten Texten für Ihr Geschäft auf. Anstatt für Keywords-Anzeigen (z.B. Google Adwords) zu bezahlen. Das Wichtigste: für den Traffic, der Sie direkt über Suchmaschinen erreicht, zahlen Sie keinen Cent!
  • Sie schaffen eine Barriere für die Konkurrenz: Google belohnt den ersten, der ein Themenfeld erfolgreich besetzt, besonders wenn es eine Nische ist. Sie sind Fotograf und spezialisieren sich auf Tierfotografie? Zeigen Sie, dass es keinen besseren gibt als Sie: erklären Sie was zu einem guten Foto gehört und wie man Tiere am besten in Szene setzt. Erkennen die Kunden die Komplexität Ihrer Arbeit sind sie auch eher gewillt höhere Preise zu zahlen.
  • Über die Kommentarfunktion eines Blogs entstehen Diskussionen. Hier haben Sie die Möglichkeit sich öffentlich von Ihrer kompetentesten und kundenfreundlichsten Seite zu zeigen. Die Kommentare vermitteln Ihnen auch Einblick in die Sicht und Denkweise der Kunden – so fällt es leichter auch mal die Firmenbrille abzulegen.
  • Kunden bauen eine Beziehung zu Ihrer Marke auf. Auch wenn beim ersten Kontakt mit Ihrem Blog noch überhaupt kein Kaufinteresse besteht, wird sich der Kunde im Idealfalle an Ihre Firma erinnern, wenn er später wieder auf Ihrer Website landet. Das erreichen Sie am besten durch Branding, sprich durch Auswahl einer starken Wort- und Bildsprache (Logo und sonstige Bilderwelt). Das versuchen wir z.B. mit unserem Labor-Professor zu erreichen, der Sie von oben angrinst (den Mund denken Sie sich einfach dazu).
  • Sie haben endlich einen Kanal um der Kundschaft zu vermitteln, worin Ihre Leidenschaft steckt. Gehört Ihnen eine Modeboutique? Dann erzählen Sie Ihre Geschichte: was fasziniert Sie an Mode, wer gestaltet die Kleider und wie funktioniert der Designprozess? Im Blog können Sie authentisch und persönlich sein.
  • Der Blog ist der Ausgangspunkt für weitere Social Media-Aktivitäten wie Twitter oder Facebook (dazu aber mehr in Teil 2 der Serie).

Hier ein Beispiel für einen Blog, durch den der Besitzer seine restlichen Marketing-Ausgaben erheblich senken konnte:
River Pools and Spas
Die Firma River Pools and Spas aus den USA verkauft, wie der Name schon sagt, Swimming Pools. Man ist geneigt zu denken: „Wer braucht denn bitte einen Blog über Swimming Pools?“. Ganz genau, angehende Pool-Besitzer. Besonders wenn der Blog relevante Fragen beantwortet:

  • Was kostet es die elektrischen Leitungen für einen Pool zu verlegen?
  • Welche Probleme verursachen Chlor-Generatoren?
  • Was muss man über Rutschen wissen?

Genau diese Art von Fragen geben Pool-Interessenten tagtäglich in Suchmaschinen ein und landen dann bei River Pools and Spas – und eben nicht bei der un-bebloggten Konkurrenz. Hier finden Sie eine ausführliche Case-Study zum Blog der Firma.

Wann man das Bloggen lieber bleiben lassen sollte

  • Schreiben macht Ihnen keinen Spaß – es ist übrigens nicht nötig wie ein Profi schreiben zu können (außer man ist Texter).
  • Keine Zeit oder Lust regelmäßig zu schreiben; regelmäßig muss nicht täglich heißen. Auch wenn Sie regelmäßig alle zwei Wochen schreiben, kann das schon ausreichen.
  • Das angebotene Produkt oder die Dienstleistung hält nicht was versprochen wird. Durch Kommentare im Blog werden Sie angreifbar, das sollten Sie im Hinterkopf bewahren. Falls Ihr Produkt nichts taugt, sollten Sie es erst einmal verbessern  – und dann darüber bloggen, wie Ihnen das gelungen ist.
  • Sie haben vor das Bloggen an den Praktikanten abzugeben. Bloggen heißt authentisch zu sein: die Einträge muss jemand schreiben, der das Unternehmen gut kennt und auch die Befugnis hat, auch mal aus dem Unternehmens-Nähkästchen zu plaudern. Wenn das beim Praktikanten der Fall ist, spricht nichts dagegen!

Wenn Sie mit dem Bloggen beginnen, muss Ihnen klar sein, dass Sie das am Anfang in der Regel nur für ein kleines Publikum tun. Zum Bloggen gehört auch immer eine langfristige Strategie – dann kommen nach und nach auch die regelmäßigen Leser. Aber: die ersten Besucher über Suchmaschinen dürften normalerweise schon recht bald kommen!

Wie man einen Blog technisch umsetzt

ToolDer Start ist im Grunde nicht sehr schwer: falls Sie bereits eine Website betreiben, gibt es hoffentlich ein Blogmodul in Ihrem Content Management System. Das ist zum Beispiel der Fall bei Jimdo, Squarespace, Webs.com oder auch Webnode – wobei die ersten drei genannten Homepage-Baukästen die besten Blogging-Fähigkeiten vorweisen können. Der große Vorteil an solch einer Lösung: diese Homepage-Baukastensysteme beschränken sich nicht auf den Blog. Nein, damit können Sie auch die restlichen Bestandteile Ihrer Website aufsetzen (Portfolio, Shop, Kontaktformular, Bildergalerie und vieles mehr).

Darüber hinaus gibt es Systeme wie Posterous (Hinweis 23.07.2010: bitte Kommentar zu Posterous unten beachten), das sehr einfach zu bedienen ist, bei einem kleinen Funktionsumfang, oder WordPress, was Blogging-Profis bevorzugen –die Open Source Version von WordPress muss allerdings selbst installiert und gehostet werden. Dafür profitiert man von einem sehr großen Funktionsumfang.

Die ersten Schritte

Falls Sie denken, dass Sie von einem eigenen Blog profitieren können – wunderbar: Sie gehören mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Vorreitern in Ihrem Bereich. Kleine Firmen und Freiberufler bloggen hierzulande nämlich noch nicht viel.
Zu Beginn würde ich Ihnen empfehlen, einen oder zwei Blogs, die Sie richtig gut finden im Auge zu behalten. Davon können Sie viel lernen und abschauen – warum schließlich alles neu erfinden?

Schreiben Sie sich Themen zusammen, die sich zur Veröffentlichung eignen – sehen Sie sich doch z.B. typische Kundenanfragen durch. Den Themenüberblick können Sie mit Todo-Tools wie dem Kanbantool wahren. Starten Sie den Blog nicht bevor Sie nicht einen kleinen Vorrat an Artikeln auf Halde geschrieben haben. Im Alltagsgeschäft fehlt schnell die Zeit Nachschub zu produzieren.

Jetzt kann es losgehen, freuen Sie sich auf viele neue Erfahrungen und Kontakte, die Ihnen das Bloggen bescheren wird. Falls Sie Fragen haben oder Ihre Erfahrungen mitteilen möchten, nutzen Sie einfach die Kommentarfunktion unten!

Linktipps

> Unternehmen und Selbständige sollten Bloggen – Weblog-ABC
> Small Business Guide to Social Media Marketing – Hubspot Webinar

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Verfasst von Robert (190 posts)

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