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Ein Vertriebler hat selten zu viele Informationen über seinen Kunden. Aus diesem Grunde käme es den meisten Leuten, die in irgendeiner Weise verkaufen müssen oder wollen ganz gelegen, auf einfache Weise an brauchbare Kundeninformationen aus dem Social Web zu kommen.

Rapportive: Eine automatische Spürnase

rapportive-socialcrmKlar, Sie können sich bewaffnet mit dem Namen des Kunden und seiner E-Mail Adresse in die Weiten des Social Webs stürzen und checken, ob er twittert, facebook’t oder sein Leben in Xing oder LinkedIn nach außen trägt.

Aber wie wäre es, wenn diese Daten direkt in Ihrem E-Mail Programm neben der Mail aufgelistet wären? Seine letzten Tweets, sein Flickr-Profil und sein Facebook Profilbild? Das wäre natürlich eine sehr praktische Hilfe. Und für diesen Zweck gibt es ein kleines, kostenloses Firefox Add-on namens Rapportive, ein Tool, das sich „Social CRM“ nennt (im Moment arbeitet es nur mit Google Mail zusammen, allerdings ist es auch noch eine frühe Version).

So sieht das in der Praxis aus (siehe Screenshot):

Rapportive

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Reaktion hatte eine Bandbreite von Verwunderung über Unbehagen (was wohl über mich zu finden ist?) bis hin zu freudigem Optimismus hinsichtlich der Einsatzzwecke.

Wer kann das gebrauchen?

Der Grund warum wir über dieses Tool berichten ist, dass viele unserer Website-Besucher, die Anregungen beim Erstellen einer Homepage suchen, in irgendeiner Form auch mit Vertriebs- und Verkaufsprozessen zu tun haben, zumeist auf sehr persönlicher Ebene.

Und das sind eben vor allem auch Leute, die sich nicht unbedingt als klassische Vertriebler sehen. Beispielsweise Freiberufler (Consultants, Grafiker etc.) sollten darüber nachdenken, wie sie solche Informationen sinnvoll einsetzen könnten. Und sei es nur um zu erfahren, ob der potentielle Kunde überhaupt in der Arbeit ist oder ob er eben „lasse mir gerade die spanische Sonne und 34 Grad auf den Pelz brennen“ getwittert hat. In diesem Falle sollte man die Mail vielleicht erst bei Rückkehr versenden. Auch wer vielleicht noch gar nicht weiß, wie sein Mail-Gesprächspartner eigentlich aussieht, ist mit dem Plugin ganz gut beraten.

Rapportive in der  Praxis

Im Praxisbetrieb zeigt sich bei mir, dass bei ungefähr jedem fünften Kontakt wenigstens ein Link auf ein soziales Medium (vor allem Twitter und LinkedIn) vorhanden war. Damit Rapportive etwas aufspüren kann, muss es natürlich auch etwas zu finden geben. Und dafür muss man seine Daten schon erst freigeben – was in gewisser Weise beruhigend ist.

Nichtsdestotrotz musste ich z.B. feststellen, dass meinerseits ein uraltes Hi5 und Bebo Profil immer noch auffindbar waren (in diesem Falle lieferte Rapportive mir die freundliche Erinnerung, dass ich diese Profile mal besser entsorgen sollte).

Bei deutschen Kontakten sollte man momentan noch nicht erwarten auf Unmengen an Informationen zu stoßen. Amerikaner und Engländer scheinen weniger Probleme zu haben ihre Profile öffentlich einsehbar zu machen.

Nun, da der Spaß nichts kostet, ist es dann auch verschmerzbar, wenn man nur neben jeder 10. E-Mail Fundstücke aus dem Social Web angezeigt bekommt. Nette Nebenfunktion: zu jedem Kontakt können Notizen ergänzt werden – Google Mail wird dadurch zu einer Art „Mini-CRM“-System. Laut eigenen Aussagen stehen bald zahlreiche Integrationen an mit CRM-Systemen wie Salesforce oder E-Mail Marketing Providern an.

Hier können Sie Rapportive herunterladen (Systemvoraussetzung: Sie verwenden Google Mail und als Browser Firefox oder Chrome) Das Schöne: wo vorher nur Google Textanzeigen standen, spielt Rapportive nun die Social Web Infos ein.

Flowtown – gleiches Prinzip, aber für Massenabfragen

Dieses amerikanische Tool geht noch einen Schritt weiter und wirft Ihnen die gefundenen Profilinfos gleich massenhaft aus. Dazu laden Sie eine Liste mit E-Mail Adressen hoch  und bekommen im Grunde die gleichen Daten zurück wie mit Rapportive – außer dass sie noch etwas detaillierter sind (z.B. Alter und Ort). Datenschutzrechtlich ist das zugegeben schon ausgesprochen heikel – meistens behaupten die Firmen ja, dass Sie E-Mail Adressen nicht an Dritte geben.
Das bietet natürlich auch interessante Perspektiven für das E-Mail Marketing – darüber gibt es aber bereits im MailChimp Blog einen ausgesprochen guten Artikel.


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