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International

Es gibt viele Gründe seine Website in anderen Sprachen zu veröffentlichen: ein Restaurant kann auch ausländische Gäste ansprechen, ein Hotel präsentiert sich in den bevorzugten Sprachen seiner Gäste.

Auch von unserer Website gibt es verschiedene Sprachversionen, da wir so andere attraktive Märkte ansprechen können. Wie wir die Mehrsprachigkeit technisch umgesetzt haben, hatten wir übrigens bereits in diesem Artikel beschrieben.

Ich habe bereits viele Stunden damit verbracht nach Übersetzern zu suchen und es ist wirklich nicht ganz einfach. Dennoch habe ich inzwischen einen sehr guten Weg gefunden, den ich hier nun Schritt für Schritt zeigen möchte.

Eins noch vorneweg: mit Übersetzern zu arbeiten macht normalerweise viel Spaß, es gibt kaum offenere und positivere Leute als Übersetzer. Das gilt für richtige Übersetzer, denn viele Leute nennen sich Übersetzer.

Das Problem mit Billig-Übersetzern

Das Ergebnis eines sehr günstigen Übersetzers, den ich über die Plattform Fiverr.com getestet hatte, möchte ich Ihnen hier zeigen:

A professional website needs professionals working on it in order for it to be successful 

wurde übersetzt in:

Eine professionelle Webseite braucht Profis, welche daran arbeiten, um erfolgreich zu sein

Die Übersetzung klingt holprig, man merkt, dass der Übersetzer kein sonderlich gutes Sprachgefühl hat (oder einfach keine Zeit es besser zu machen). Ein guter Übersetzer würde z.B. eher so übersetzen:

Für eine erfolgreiche Website braucht man professionelle Dienstleister

Als Grundregel können Sie sich merken: ein Muttersprachler einer Sprache ist nicht automatisch auch ein Übersetzer.

Wo kann man professionelle Übersetzer finden?

Die Website des BDÜs (Bund der Übersetzer) listet Ihre Mitglieder auf und bietet eine Suchfunktion. Das war mein erster Versuch einen Übersetzer zu finden. Das Preisniveau ist hier allerdings verhältnismäßig hoch und man ist auf einen eher kleinen Kreis von Übersetzern beschränkt.

Eine weitere Website die Übersetzer listet ist Proz, tendentiell finde ich diese Seite besser als die des BDÜs, da man hier auch Aufträge ausschreiben kann. Getestet habe ich das allerdings noch nicht.

Mein persönlicher Tipp für die Übersetzersuche: Xing

Xing ist eine wahre Sammelgrube für qualifizierte Übersetzer, die nach Aufträgen suchen. Die beste Erfahrung habe ich mit der Gruppe Übersetzer-Lounge gemacht. LinkedIn bietet ähnliche Gruppen (Login erforderlich). Wenn Sie Übersetzungen haben, bei denen keine der beiden Sprachen Deutsch ist, werden Sie bei LinkedIn vermutlich eher fündig.

Projekt ausschreiben

Im Forum kann man sein Projekt ausschreiben, so dass sich Übersetzer bewerben können. Der große Vorteil ist, dass sich hier Übersetzer bei Ihnen bewerben – Übersetzer, die aktiv nach Aufträgen suchen. In der Beschreibung sollten Sie das genaue Thema nennen (Sprachrichtung) und am besten auch direkt einen Beispieltext verlinken. Nennen Sie auch einen ungefähren Zeitrahmen.

Kosten für die Übersetzung

Fragen Sie in Ihrer Ausschreibung auch nach dem Preis. Bei der Berechnung des Preises gibt es leider gewisse Unterschiede. Manche Übersetzer nennen den Preis pro Wort, manche pro Normzeile. Generell finde ich es einfacher mit dem Preis pro Wort zu kalkulieren, denn die Anzahl an Wörtern kann man sich ganz einfach in Word oder Google Docs ausrechnen lassen. Falls Sie einen Maximalpreis pro Wort haben, würde ich diesen auch direkt in die Ausschreibung schreiben.

Für mein Projekt bekam ich Angebote im Bereich 0,08 bis 0,17 €. Je nach Komplexität und Attraktiviät des Themas werden Sie hier unterschiedliche Angebote bekommen. In meinem Fall haben sich ganze 19 Übersetzer gemeldet (Sprachrichtung Englisch>Deutsch).

Vorauswahl und Probe-Übersetzung

Nichtsdestotrotz sollten Sie nach einer ersten Vorauswahl auch einen Probeabsatz anfordern, um die Leistungen vergleichen zu können. Schicken Sie auch einen kompletten Text mit und verlangen Sie nach einem verbindlichen Angebot.

Ein Tipp noch aus meiner Erfahrung: vermeiden Sie Übersetzungsagenturen bzw. -portale, bei denen Sie keinen direkten Kontakt zum Übersetzer bekommen. Denn dann können Sie ihm oder ihr kein direktes Feedback geben. Noch schlimmer ist es, wenn jedes mal ein anderer Übersetzer den Auftrag bekommt. Und sie müssen natürlich auch die Infrastruktur des Portals bzw. der Agentur mitbezahlen. Das macht, wenn überhaupt, eher für größere Unternehmen Sinn.

Auftragsvergabe

Ich habe mir dann die besten 3 Übersetzer herausgesucht. Der beste hat den Auftrag bekommen und den anderen beiden habe ich mitgeteilt, dass ich sie gerne als Backup behalte, falls sich doch noch die Möglichkeit einer Zusammenarbeit anbietet.

Was Sie zuguter Letzt auch nicht vergessen sollten: sagen Sie den restlichen Übersetzern (freundlich) ab. Denn jeder einzelne von ihnen hat sich die Zeit genommen sich bei Ihnen zu bewerben.
Falls Sie noch Fragen zu diesem Thema haben, hinterlassen Sie einfach einen Kommentar!

 


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