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Bei Baukastensystemen gibt es bekanntermaßen zwei Philosophien: Online-Baukästen, die man über den Web-Browser bedient und Software-Baukästen, die man auf seinem Rechner installiert.

online vs offlineGrundsätzlich gilt: der Online-Baukasten funktioniert nur mit einer Internetverbindung, ist aber mit jedem beliebigen Rechner bedienbar und man spart sich die Installation sowie regelmäßige Software-Updates.

Mit einem Software-Baukasten (wie web to date) kann auch offline gearbeitet werden, allerdings nur von einem Rechner aus. Außerdem muss man sich um die Domain und seinen Speicherplatz für die Homepage (Webspace) selbst kümmern. Deswegen bleibt einem auch die Konfiguration von FTP-Zugängen und Datenbank-Einstellungen nicht erspart.

WebsiteToolTester Philosophie

Ich selbst bin kein großer Technik-Liebhaber: ich mag es wenn Tools intuitiv bedienbar sind und man sich innerhalb kürzester Zeit darin zurecht findet. Aus diesem Grunde bin ich z.B. nie richtig mit Adobes Dreamweaver oder dem Kompozer warm geworden – mir war es dann immer lieber gleich einen Programmierer mit der Website zu beauftragen bevor ich selbst daran verzweifle.

Umso größer war meine Freude als ich mit Webnode, Jimdo und Co. Tools gefunden hatte, die ich ohne Anlaufschwierigkeiten bedienen kann. Bislang habe ich Tests von Software-Baukästen meist abgelehnt, da das Angebot an Online-Baukästen bereits sehr umfangreich ist und ich auch denke, dass sich langfristig Tools durchsetzen, die im Web-Browser laufen.

web to date 7.0 – Erfahrungen mit dem Baukasten

Hinweis 07. März 2014: Data Becker hat inzwischen seinen Geschäftsbetrieb eingestellt. Somit wird auch Web-To-Date nicht mehr vertrieben. In unserer Homepage-Baukasten Top 10 finden Sie sehr gute Alternativen – Wir testen dort die besten web-basierten Lösungen.

 

web to date
Nun hat sich vor einigen Wochen allerdings Data Becker bei mir gemeldet und angefragt, ob ich mir deren Produkt einmal näher ansehen möchte. Da ich von Data Becker Produkten generell eine gute Meinung habe und web to date durchaus eine Hausnummer im Webseiten-Geschäft ist, dachte ich mir: warum nicht!

Die Funktionen von web to date 7.0 sehen äußerst vielversprechend aus. Aber auch die Designs machen einen recht ansprechenden Eindruck.

Installation

Die Software-Installation dauerte inklusive Service Pack Update ca. 15 Minuten. Ungefähr 350 MB an Daten schaufelt man sich damit auf seinen Rechner. In freudiger Erwartung startete ich das Programm und wurde erst einmal ein wenig enttäuscht: das Interface-Design lässt Erinnerungen an Windows 95 wach werden – insgesamt eine eher biedere Erscheinung (siehe Screenshots unten).

Erstellen einer Homepage

Aber egal, vom Assistenten lasse ich mir die nach Branchen unterteilten Designs vorstellen, die teilweise sehr gut aussehen (zum Teil auch mit schicken Herunterklapp-Menüs), teilweise aber auch etwas veraltet. Die Chance, dass man fündig wird, schätze ich dennoch als sehr hoch ein.

Als nächstes warf ich einen Blick auf den Editor. Und hier war ich dann doch etwas überrascht – bin ich es doch gewohnt, dass mir die Seiten so dargestellt werden, wie sie auch auf der echten Website zu sehen sind – also sehr visuell. web to date stellt die Seitenbestandteile allerdings auf eine ganz andere Art dar:

web to date design
(größerer Ausschnitt durch Klick)

Die einzelnen Absätze werden als Blöcke angezeigt. Bei den Absätzen kann man aus unzähligen verschiedenen Typen wählen – sicher mehr als 50.

web to date

Bei mir hat es eine Zeit lang gedauert bis ich hinter die Logik des Editors gestiegen bin. Um einiges länger als mit jedem zuvor getesteten Online-Baukasten. Vielleicht bin ich das aber auch nur, wer weiß. Ein Hauptproblem für mich ist, dass ich nach dem Speichern nicht direkt sehen kann, wie die Seite tatsächlich aussieht – dafür muss ich immer erst die Browser-Vorschau erstellen lassen, was flüssiges arbeiten ein wenig behindert.

Positiv ist, dass im Paket gleich ein Handbuch mitgeliefert wird. Negativ ist, dass man dieses auch braucht. Im Menü verstecken sich allerhand Begrifflichkeiten, die man gerade als Anfänger nicht gleich durchschaut– Beispiel: „www-Import Assistent“. Häufig trifft man bei der Bearbeitung auch Begrifflichkeiten wie PHP, SQL oder JavaScript an. Zumindest nach meiner Einschätzung möchte ein Anfänger davon nichts wissen.

Preislich liegt web to date bei 178 € (Einzeluserlizenz), was für Firmen sicherlich keine große Hürde darstellt. Man muss natürlich bedenken, dass man sich um die Domain und den Webspace auch selbst kümmern muss. Ein Mittel gegen monatliche Fixkosten hält man damit also auch nicht in der Hand.

Fazit

Zwar scheint hier eine ganze Masse an Features berücksichtigt worden zu sein – die Bandbreite umfasst zum Beispiel Rotationsbanner, beste Möglichkeiten für Suchmaschinenoptimierung bis hin zu integrierten Twitter- und Facebook-Widgets. Doch leider stellen sich die Funktionen nicht als sehr intuitiv dar.

Und aus diesem Grunde passt web to date auch nicht wirklich gut in das WebsiteToolTester Sortiment – wir suchen (und finden) die einfachsten Tools zum Erstellen von Websites. Tools, die ein Selbständiger auch locker nebenher erlernen kann und womöglich ganz nebenbei entdeckt, dass es Spaß macht an der Homepage zu basteln.

Ich möchte das Data Becker Produkt auf keinen Fall schlecht reden. web to date sieht wie ein grundsolides Produkt aus und ist eher eine Alternative für ein Content Management System als für einen web-basierten Homepage-Baukasten. Beide Ansätze haben auf jeden Fall ihre Existenzberechtigung.

Allerdings nicht bei uns – hier möchten wir nur Einsteiger-gerechte Baukastensysteme listen mit denen man auch ohne Handbuch zurecht kommt. Dennoch möchte ich mich nochmals bei Data Becker für diese interessanten Einblicke bedanken.

Stand: 03 Jan 2011 | Robert Brandl

 


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