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wordpress.com oder .org

Als ich angefangen habe, Homepage-Baukästen miteinander zu vergleichen, habe ich in meinen Testberichten immer nur „WordPress“ geschrieben. Das hat bei einigen für Verwirrung gesorgt.

Manche haben mich gefragt, ob ich WordPress.com oder WordPress.org meinte… also haben wir uns bei WebsiteToolTester eine kleine Eselsbrücke ausgedacht:

  • WordPress.com wird komplett von WordPress gemanagt.
  • Bei WordPress.org sind Sie für die ganzen organisatorischen Dinge verantwortlich und müssen Hosting und Software-Installation selbst übernehmen.

Aber das ist natürlich immer noch keine eindeutige Antwort auf die Frage, welche der Plattformen für Ihre Website die richtige ist. Deshalb stelle ich Ihnen in diesem Blogartikel die Vor- und Nachteile von WordPress.com vs. WordPress.org vor und vergleiche dazu Preise, Funktionen und Benutzerfreundlichkeit.

Die wichtigsten Dinge, die man über WordPress wissen sollte

WordPress ist ein Programm, bzw. eine Software, mit der Sie Webseiten, Blogs und Onlineshops bauen können. Da alles online läuft, wird WordPress häufig als Webanwendung betrachtet. Möglicherweise begegnet Ihnen auch die Bezeichnung CMS (für Content-Management-System), denn genau das ist es im Endeffekt: Sie können damit Medien, Texte, Blogartikel und E-Commerce-Produkte hochladen und online verwalten.

Ganz wichtig: Es handelt sich um eine Open-Source-Software, die komplett kostenlos ist. Das heißt, jeder kann WordPress herunterladen und benutzen.

Außerdem ist es genauso leistungsfähig wie beliebt. Schätzungsweise wird WordPress für 34% aller Seiten im Internet verwendet. Die Software ist in 50 Sprachen verfügbar und wächst rasant weiter.

Eine letzte wichtige Anmerkung für unseren Vergleich: Ob Sie nun WordPress.com oder WordPress.org nutzen, es handelt sich dabei immer um die WordPress-Software. Was uns zum nächsten Punkt bringt.

Der größte Unterschied zwischen WordPress.com und WordPress.org

Eine WordPress.com-Seite wird wie gesagt komplett von WordPress gemanagt. Man wählt einen kostenlosen oder zahlungspflichtigen Tarif, und Software, Domain und Server werden von dem Anbieter verwaltet. Mit WordPress.org laden Sie dagegen nur die Software herunter. Sie sind dafür verantwortlich, die Installation auf Ihrer eigenen Domain zu „organisieren“, und müssen das Hosting selbst managen.

Welche Plattform ist die richtige für Sie? Ein kurzer Überblick

Kategorie WP.com WP.org
1. Einrichtung und Installation Sehr einfach Schwierig
2. Benutzerfreundlichkeit Sehr einfach Moderat
3. Design und Website-Anpassung Eingeschränkte Flexibilität Sehr flexibel
4. Funktionen und Plugins Begrenzte Anzahl an Plugins Zugriff auf alle Plugins
5. Blogging Ausgezeichnet Ausgezeichnet
6. Onlineshops Eingeschränkte Kontrolle Vollständige Kontrolle
7. Monetarisierung Ein wenig eingeschränkt Keine Einschränkungen
8. SEO-Optionen Einige Einschränkungen Vollständige Kontrolle
9. Wartung und Sicherheit Wird für Sie erledigt Müssen Sie selbst übernehmen
10. Support Enthalten Eingeschränkt
11. Preise Relativ teuer Mehrere Optionen
Insgesamt 5 Punkte 7 Punkte

Runde 1: Einrichtung und Installation

Jetzt, da Sie den größten Unterschied kennen, können Sie sich wahrscheinlich bereits denken, mit welcher Plattform der Einstieg einfacher ist. WordPress.com, das komplett für Sie verwaltet wird, ist ganz klar die einfachste Lösung.

Wir haben zwar schon einen Einsteiger-Guide für WordPress geschrieben, aber schauen wir uns für beide Lösungen doch noch einmal an, welche einzelnen Schritte nötig sind, um loszulegen.

wordpress seite

WordPress.com – Optionen zum Einstieg

Erste Schritte mit WordPress.com

  1. Melden Sie sich bei WordPress.com an
  2. Wählen Sie aus, was für eine Website Sie erstellen wollen
  3. Geben Sie einen Namen für die Seite ein
  4. Kaufen Sie einen Domain-Namen oder nutzen Sie die kostenlose Option mit einer automatisch vorgeschlagenen URL (mehr dazu unter dem Abschnitt „Preise“).
  5. Entscheiden Sie sich für einen zahlungspflichtigen oder kostenlosen Tarif
  6. Beginnen Sie mit den Updates Ihrer Seite

Mit WordPress.org ist ein wenig mehr Vorarbeit nötig:

  1. Kaufen Sie einen Domain-Namen
  2. Finden Sie einen Anbieter fürs Webhosting und erwerben Sie einen Tarif (z. B. webgo, Raidboxes etc.)
  3. Erstellen Sie auf Ihrem Server eine Datenbank für WordPress
  4. Laden Sie die WordPress-Software herunter und entzippen Sie die Datei
  5. Laden Sie die Software über einen FTP-Client auf Ihrer Domain hoch
  6. Besuchen Sie eine URL und führen Sie das Installationsskript aus
  7. Anschließend können Sie mit den Updates für Ihre Seite starten

Zugegeben, das klingt erst einmal nach einer Menge Aufwand. Die gute Nachricht ist aber, dass die Anleitungen von WordPress sehr detailliert und verständlich geschrieben sind, also ist es nicht allzu kompliziert.

Wichtig anzumerken ist außerdem, dass viele Hosts eine 1-Klick-Installation von WordPress bieten. In diesem Fall können Sie die Schritte 4–6 von der Liste oben überspringen.

Gewinner: WordPress.com. Da es kompliziert sein kann, WordPress selbst zu installieren, haben einige Hoster diesen Vorgang jedoch durch 1-Klick-Installationen vereinfacht.

Runde 2: Allgemeine Benutzerfreundlichkeit

Nach dem Installieren funktionieren WordPress.com und WordPress.org auf ähnliche Weise (erinnern Sie sich, dass es sich in beiden Fällen um die WordPress-Software handelt?).

Ich schätze, der einzige Unterschied hier ist, dass die Funktionalität bei WordPress.com etwas eingeschränkt ist. Das macht die ganze Sache für absolute Anfänger vielleicht etwas einfacher.

An dieser Stelle sollte ich anmerken, dass WordPress insgesamt zwar super ist, aber nicht annähernd die einfachste Lösung zur Erstellung einer Webseite. Wenn Sie auf der Suche sind nach simpleren Tools mit Drag-and-Drop-Funktion oder einem richtigen WYSIWYG-Editor (nach dem Prinzip „What You See Is What You Get“), kommen vielleicht besser andere Homepage-Baukästen wie zum Beispiel Jimdo oder Wix für Sie in Frage.

Gewinner: WordPress.com ist aufgrund seiner eingeschränkten Funktionalität wahrscheinlich benutzerfreundlicher.

Runde 3: Design und Website-Anpassung

In dieser Runde geht‘s um die Flexibilität bei der kreativen Gestaltung. Ist es möglich, Design und Oberfläche Ihrer Seite ganz leicht zu ändern? Und welche Möglichkeiten haben Sie bei vorgefertigten Themes?

Fangen wir mit WordPress.com an. Ihnen stehen ungefähr 100 fertige Templates zur Verfügung, und zwar umsonst. Darüber hinaus können Sie 200 Premium-Themes kaufen, aber es gibt einen Haken: Nicht alle sind für Sie zum Kauf freigeschaltet, es sei denn, Sie haben einen Bezahltarif.

WordPress.com vs WordPress.org - theme

Themes bei WordPress.com

Wie Sie sehen, ist ein kostenpflichtiger Tarif nötig, um alle davon zu sehen.

Damit ist die Auswahl für diejenigen Nutzer mit kostenlosen Tarifen ziemlich enttäuschend. Ich schätze, der Vorteil hier ist, dass die Palette an Themes recht groß und vielfältig ist, außerdem sind alle responsive (sie sehen also auf jeder Bildschirmgröße gut aus).

Noch anzumerken ist, dass Sie grundlegende Bearbeitungen vornehmen können, spezielle Anpassungen des CSS-Codes sind aber nur bei den höheren Tarifen erlaubt.

Mit WordPress.org sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Hier können Sie aus Tausenden von Templates auswählen, den Quellcode ganz auf Ihre Wünsche anpassen und sogar Plugins verwenden, mit denen Sie die Möglichkeit haben, per Drag and Drop selbst ein Theme zu erstellen.

Noch dazu finden Sie überall im Internet kostenlose Premium-Templates, zum Beispiel auf ThemeForest und Elegant Themes.

Gewinner: Es ist fast unmöglich, eine Lösung zu finden, die mehr Flexibilität beim Design bietet als WordPress.org – auch wenn man sie mit allen anderen Website-Baukästen vergleicht. Sie müssen möglicherweise etwas mehr Aufwand betreiben, um Ihre Seite so zu gestalten, wie Sie wollen, aber es lohnt sich!

Runde 4: Funktionen und Plugins

Vielleicht haben Sie schon einmal von den bekanntesten WordPress-Plugins gehört. WooCommerce ist zum Beispiel hervorragend zum Aufbau eines Onlineshops. Mit WPML können Sie Ihre Seite in mehreren Sprachen erstellen.

Ich werde jetzt aber nicht alle auflisten. Als ich diesen Artikel verfasst habe, standen nämlich sage und schreibe 54.739 kostenpflichtige Premium-Plugins zur Auswahl! Nicht alle davon sind gut (jeder Entwickler kann sein Plugin im Store hochladen), aber das Angebot ist trotzdem fantastisch.

WordPress.com vs WordPress.org - plugins

Plugins bei WordPress.org

Das Tolle daran ist: Sie können dank den WordPress-Plugins wirklich jede Form von Website erstellen: Immobilien-Websites, Portfolios für Fotografen, Online-Zeitungen – also viel mehr als Blogs und Unternehmensseiten.

Leider gibt es da einen Haken.

Sie können lediglich ein paar davon auf WordPress.com installieren, und auch nur, wenn Sie einen Bezahltarif haben. Auch wenn es ein Dutzend vorinstallierter Plugins gibt (Buttons für Social Media, Formular-Baukasten, etc.), ist die Auswahl doch sehr begrenzt.

Die Idee hinter dieser Einschränkung ist, dass WordPress.com je nach Zweck Ihrer Webseite bereits eine Vorauswahl der Plugins trifft. Für einen Blog wäre bei Ihnen zum Beispiel eine erweiterte Kommentarfunktion eingebunden. Wer einen Onlineshop möchte, müsste sich den E-Commerce-Tarif holen. Dieser enthält eine eigene Auswahl an Plugins.

Ich schätze, es ist ein bisschen wie mit dem „Walled Garden“-Prinzip von iOS im Vergleich zu Android. Mit iOS sind Ihre Möglichkeiten begrenzt, aber das Risiko, Fehler zu machen, ist hier wahrscheinlich geringer. Mit Android können Sie alles machen, was Sie wollen, doch immer auf eigene Gefahr hin.

Gewinner: Was die Auswahl an Funktionen und Plugins angeht, gewinnt WordPress.org, da Sie ohne Einschränkungen alles installieren können.

Runde 5: Blogging

Die WordPress-Software war ursprünglich für das Erstellen von Blogs gedacht. Sie können also sicher sein, dass hier alles so einfach wie möglich gehalten wurde, wenn es darum geht, Content zu posten, in der Vorschau anzeigen zu lassen und zu veröffentlichen. Sie können:

  • Beiträge erstellen und zeitversetzt veröffentlichen
  • Medien aus Ihrer Medienbibliothek hinzufügen
  • Bilder, Links, Texte, Videos, Audiodateien usw. einbinden
  • Ihre Beiträge über das Dashboard verwalten
  • Schriftarten individuell anpassen
  • Kommentare verwalten
  • Spamerkennung integrieren
  • Und noch viel mehr …

Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass WordPress die leistungsfähigste Blogging-Plattform ist, die es gibt, ob Sie sie nun selbst installieren oder auf WordPress.com laufen lassen.

Gewinner: Da es bei den Blogging-Funktionen keine Unterschiede gibt, würde ich sagen, es ist ein Unentschieden. Es kommt wahrscheinlich mehr auf die Benutzerfreundlichkeit an, und hier würde WordPress.com den Punkt bekommen.

Runde 6: Onlineshops

Wie bereits im Abschnitt zu den Funktionen erwähnt, ist es super leicht, mit Plugins wie WooCommerce Ihre WordPress-Seite in einen voll ausgestatteten E-Commerce-Shop zu verwandeln. Sie haben freie Hand bei der Entscheidung, wie Sie Zahlungen akzeptieren, Produkte bearbeiten und Versandoptionen ändern wollen.

Sie können im Grunde einen beliebigen Onlineshop erstellen und sind dank WordPress.org und dem Angebot an Plugins völlig flexibel, was die Größe angeht. Zu beachten ist nur, dass man WooCommerce mithilfe von Plugins erst für den deutschen Markt konfigurieren muss (mehr dazu hier).

Auch mit WordPress.com können Sie WooCommerce nutzen, allerdings nur bei den höheren Tarifen. Für den Einstieg ins E-Commerce-Geschäft hat der Anbieter einige andere Plugins mit aufgenommen, also ist es trotzdem kein Problem:

  • Zahlungen oder Spenden entgegenzunehmen
  • Produkte, Bilder, Texte und andere Medien hinzuzufügen
  • Preise, Steuersätze und Versandoptionen einzurichten
  • Mit der Funktion für Einfaches Bezahlen Zahlungen zu akzeptieren

WordPress.com vs WordPress.org - ecommerce payments

Check-out-Funktion von PayPal bei WooCommerce

Hier handelt es sich um eines dieser vorinstallierten Plugins, das Sie einfach mit einem beliebigen Listing verknüpfen können. Sie haben auch die Möglichkeit, es zu Blog-Seiten hinzuzufügen, falls Sie die Produkte Ihres Shops gerne mittels Cross Promotion bewerben wollen. Das Plugin ist super und recht simpel, bietet Ihnen aber nicht so viele Optionen wie beispielsweise die über 100 Zahlungsgateways von WooCommerce.

Gewinner: Auch hier schränkt WordPress.com die Flexibilität zugunsten der Benutzerfreundlichkeit ein. Zwar verfügen Sie über eine Menge Möglichkeiten, aber eben nur mit höheren E-Commerce-Tarifen. Mit WordPress.org haben Sie deutlich mehr Kontrolle über Ihren Store, egal wie viel Sie zahlen.

Runde 7: Monetarisierung

Nicht nur durch den Verkauf von Produkten lässt sich mit Ihrer Seite Geld verdienen. Sie können auch auf Affiliate-Netzwerke oder Ad Networks zurückgreifen. Mit WordPress.org monetarisieren Sie Ihre Seite ganz so, wie Sie das wollen. Bei WordPress.com gibt es in dieser Hinsicht einige Einschränkungen:

  • Business-Websites mit Affiliate-Links sind erlaubt, „sofern Sie nicht primär aus diesem Grund bestehen.“ Manche Branchen wie Glücksspiel oder Seiten, deren Zweck es ist, schnelles Geld zu machen, werden ebenfalls vom Affiliate-Marketing ausgeschlossen.
  • Sie können mit dem kostenlosen Tarif nicht selbst Werbeanzeigen schalten.
  • Bei den Bezahltarifen dürfen Sie AdWords oder andere Netzwerke wie WordAds (das eigene Ad Network von WordPress) nutzen.

Gewinner: WordPress.org, da es hier keine Einschränkungen gibt.

Runde 8: SEO-Optionen

Die Suchmaschinenoptimierung, kurz „SEO“ (für Search Engine Optimization), wird in zwei Bereiche eingeteilt. Bei dem einen geht es um die Keywords, die Sie für Ihr Ranking in Suchmaschinen verwenden wollen, bei dem anderen um technische Einzelheiten. Die gute Nachricht: WordPress ist eine der besten Plattformen für SEO-Optionen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir für unsere Seite ebenfalls WordPress.org verwenden, und SEO ist uns ziemlich wichtig. Wir nutzen die integrierten Tools und setzen auch eine Reihe von verschiedenen Plugins ein, um zu überprüfen, ob die Seite richtig optimiert ist, darunter Yoast SEO. Dieses Plugin können Sie auch auf WordPress.com installieren, sofern Sie einen Bezahltarif haben.

Yoast plugin

Yoast-Plugin bei WordPress.org

Abgesehen davon bieten Ihnen auch die anderen Tarife für WordPress.com die Kontrolle über SEO-Metadaten und -Titel, Überschriften, Alt-Texte sowie 301-Weiterleitungen (über ein kostenloses Plugin namens Redirection).

Gewinner: WordPress.com ist wirklich suchmaschinenfreundlich, selbst ohne zusätzliche Plugins. Allerdings bleibt WordPress.org ungeschlagen, wenn es darum geht, seine SEO-Funktionen vollständig selbst zu kontrollieren. Falls es innerhalb Ihrer Nische viel Konkurrenz gibt, benötigen Sie die volle Auswahl an Optionen.

Runde 9: Wartung und Sicherheit

Für die Sicherheit Ihrer Seite zu sorgen, hat höchste Priorität, vor allem, wenn Sie davon leben. Dazu gehört unter anderem, die Software regelmäßig zu aktualisieren.

WordPress.com nimmt Ihnen in diesem Punkt die ganze Arbeit ab. Sie müssen sich weder um Updates kümmern noch sich Gedanken zur Kompatibilität von Plugins machen oder schauen, ob es neue Release Notes gibt. Das ist einer der riesigen Vorteile, wenn jemand das Hosting für Sie übernimmt.

Wenn Sie WordPress.org nutzen, sind Sie selbst dafür verantwortlich, die Software und Plugins auf dem neuesten Stand zu halten. Es ist aber nicht ganz so schwierig, wie es klingt. In der Regel erhalten Sie eine Benachrichtigung in Ihrem Dashboard, also ist es eine Sache von einem Klick auf den Update-Button, und das ungefähr alle zwei Wochen.

Wenn Sie einen Hosting-Anbieter haben, der die WordPress-Installation verwaltet, kümmert er sich auch um die regelmäßigen Aktualisierungen. Dieses sogenannte Managed Hosting ist allerdings etwas teurer und geht z.B. bei Raidboxes im Mini Paket ab 9€/Monat los.

Dann gibt es da noch SSL-Zertifikate und HTTPS. Mithilfe dieser Features können Sie Ihre Seite verschlüsseln und noch sicherer machen. Sie sind außerdem gut fürs SEO, denn Google bevorzugt sichere Websites. Auch diesen Punkt übernimmt WordPress.com für Sie.

Im Falle von WordPress.org müssen Sie darauf achten, dass es diese Optionen bei Ihrem Hosting-Anbieter gibt. Für gewöhnlich sind sie in Ihrem Tarif enthalten, aber es liegt an Ihnen, das zu überprüfen.

Gewinner: Dieser Punkt sollte an WordPress.com gehen, da es alles vereinfacht.

Runde 10: Support

Wer sich entscheidet, mit WordPress.org seine Seite zu betreiben, stellt meistens überrascht fest, dass es keinen richtigen Support gibt. Das stimmt – Sie müssen sich in den Foren der Community und den FAQ anderer User die Informationen selbst zusammensuchen.

wordpress support

Support-Möglichkeiten bei WordPress.org

Es kann anstrengend sein, die vielen Seiten zu durchforsten, bis man die nötigen Antworten gefunden hat. Oder Fragen zu posten und irreführende Rückmeldungen von Nutzern statt von Experten zu erhalten. Außerdem sind die Antworten meist in Fachchinesisch formuliert, und von diesem Jargon darf man sich nicht abschrecken lassen. Viele Themen werden oft auch nur auf Englisch abgedeckt.

Je nachdem, für welchen Hosting-Anbieter Sie sich entscheiden, haben Sie auch die Möglichkeit, Support in Anspruch zu nehmen. In dieser Hinsicht eignen sich webgo und Raidboxes. Trotzdem kann es sein, dass Sie sich mit dem Support Ihres Theme- oder Plugin-Providers herumschlagen müssen, falls von dieser Seite spezielle Fehler auftreten.

Der Support ist einer der großen Vorteile, wenn Sie WordPress.com verwenden. Sofern Sie einen Bezahltarif beziehen. Mit kostenlosem Hosting bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als selbst die Foren zu durchstöbern. Wenn Sie monatliche Abo-Gebühren zahlen, können Sie sich, je nach Tarifstufe, per E-Mail und Live Chat an den Support wenden.

Gewinner: WordPress.com – sofern Sie einen kostenpflichtigen Tarif haben.

Runde 11: Preise

Anfangs habe ich erwähnt, dass WordPress komplett kostenlos ist und es sich um eine Open-Source-Software handelt. Das stimmt zwar auch, aber letztendlich müssen Sie sie irgendwo installieren und hosten, und das kostet natürlich Geld – ob Sie sich selbst darum kümmern oder WordPress das für Sie übernimmt.

Dann gibt es da noch die Premium-Themes (einmalige Gebühr von 30–150 $) und Premium-Plugins (zwischen 5–150 $ pro Monat).

Domains kann man auch direkt bei WordPress.com kaufen, es stehen allerdings weder .de, .at noch .ch Domains zur Verfügung. Die bessere Option ist sowieso, die Domain extern zu kaufen und dann mit WordPress zu verbinden. Bei netcup gibt es de-Domains zum Beispiel schon ab ca. 6–8 € im Jahr.

Der Einfachheit halber habe ich Ihnen hier aber einmal die Kosten aufgelistet, die anfallen würden, wenn Sie Ihre Lösung mit WordPress.com hosten:

Preis

(jährliche Abrechnung)

Domain

(pro Jahr)

WordPress.com-Tarif
$0 0€ Free-Tarif von WordPress.com. Enthält Werbung und Sie können sich die URL Ihrer Website nicht aussuchen. Eingeschränkte Funktionen. Weder die Installation von Plugins noch E-Commerce-Funktionen oder eine Monetarisierung der Website sind möglich.
$4 pro Monat Das erste Jahr kostenlos, danach ca. 18€ Persönlich-Tarif. Individuelle Domain und Support verfügbar. Auswahl an Themes und Designanpassung eingeschränkt.
$8 pro Monat Wie oben Premium-Tarif. Unbegrenzte Premium-Themes und alle Anpassungsoptionen.
$25 pro Monat Wie oben Business-Tarif. Zusätzlich Google-Analytics-Support, Installation von Plugins und Support via Live-Chat.
$45 pro Monat Wie oben E-Commerce-Tarif. Alle oben genannten Punkte, und außerdem können Sie damit Ihre Seite zu einem Onlineshop machen!

 

Gewinner: WordPress.org bietet Ihnen deutlich mehr Flexibilität. Außerdem liegen die Preise bei der .com-Version im höheren Bereich der Preisspanne im Vergleich zu ähnlichen Homepage-Baukästen wie Webnode oder Wix.

Video-Vergleich in 4 Minuten (auf Englisch)

> WordPress.com hier ausprobieren oder WordPress.org mit webgo testen.

WordPress.com vs. WordPress.org – Die wichtigsten Punkte

Hoffentlich haben Sie jetzt eine genauere Vorstellung davon, wie sich WordPress.com und WordPress.org unterscheiden. Und obwohl WordPress.org unseren Vergleich mit einem Punktestand von 7:5 gewinnt, haben beide Lösungen ihre Vor- und Nachteile. Deshalb lässt sich abschließend nicht sagen, welche Plattform sich für Ihr Projekt besser eignet, außer:

  • Sie wollen die einfachste Sofortlösung: WordPress.com ist hier kaum zu übertreffen und ein super Deal.
  • Ihnen ist volle Kontrolle und Flexibilität wichtig: Bei einer selbst-gehosteten WordPress.org-Website erhalten Sie genau das.
  • Sie möchten nichts für Ihre Webseite bezahlen: Kein Problem mit dem kostenlosen Tarif für WordPress.com. Es gibt jedoch interessante Alternativen dazu.
  • Sie haben sehr spezielle Anforderungen für eine Business-Website: Dann ist es wahrscheinlich am besten, Sie schauen sich WordPress.org und seine kostenpflichtigen Plugins an.

Zum Abschluss lässt sich noch sagen: Wenn Sie einfach nur eine einfache, gehostete Lösung für sich brauchen, vergleichen Sie WordPress.com auf jeden Fall mit Website-Baukästen wie Wix (für private und geschäftliche Webseiten), Squarespace (für Blogs) oder Shopify (für E-Commerce und Onlineshops).

> Testen Sie WordPress.com kostenlos oder probieren Sie WordPress.org aus.

Hinterlassen Sie uns bei Fragen doch einfach unten einen Kommentar!

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