Annika Müller
WordPress.com
WordPress.com

Wir schreiben das Jahr 2003. Apple hat gerade iTunes auf den Markt gebracht, das erste Harry-Potter-Buch ist erschienen und zwei Entwickler stellen ihre kostenlose Open-Source-App zum Erstellen von Online-Blogs vor: WordPress.org.

Spulen wir ein paar Jahre vor: WordPress ist nun nicht mehr wiederzuerkennen. Mittlerweile kann man deutlich mehr tun, als nur Blogs zu erstellen – mit dem Programmcode von WordPress werden unglaubliche 38% aller Websites im Internet betrieben.

In der Zwischenzeit haben die Gründer mit diesem Code auch ein gewinnorientiertes Unternehmen gestartet. Genau hier kommt WordPress.com ins Spiel, und wie Sie sich bestimmt schon denken können, ist es nicht umsonst (auch wenn es eine kostenlose Version gibt).

Gibt es also Vorteile, wenn man die Bezahltarife von WordPress.com nutzt? Oder sollte man doch besser in Eigenregie die kostenlose Software verwenden? Im Folgenden schauen wir uns das Ganze mal genauer an.

WordPress.com: Das können Sie erwarten

WordPress.com ist ein gehosteter Website-Baukasten, bei dem die kostenlose WordPress-Software zum Einsatz kommt. Sie können damit ohne großen technische Kenntnisse Blogs, Webseiten und Onlineshops erstellen. Das Hosting ist bei der kostenlosen Version enthalten (mit Werbung), ebenso wie bei den vier Bezahltarifen, deren Kosten zwischen 4€ und 45€ monatlich liegen.

WordPress.com Preise

$0

Free

Erstellen Sie eine Seite mit einer begrenzten Anzahl an Templates und Funktionen und hosten Sie sie mit einer vorgegebenen Domain wie meinewebsite.wordpress.com.

$4

Persönlich

Verknüpfen Sie Ihre Webseite mit einer individuellen Domain und erhalten Sie rund um die Uhr Online-Support. Mit 6 GB Speicherplatz. Werbung wird entfernt.

$8

Premium

Alles wie beim Persönlich-Tarif plus weitere Design-Tools, Plugins und Funktionen wie z.B. Support für Google Analytics. Mit 13 GB Speicherplatz.

$25

Business

Installieren Sie individuelle Plugins und erhalten Sie Zugriff auf alle verfügbaren Themes (kostenlose und kostenpflichtige). Mit 200 GB Speicherplatz und Support per Live Chat. Essentiell bezüglich SEO-Funktionen.

$45

E-Commerce

Machen Sie mithilfe des leistungsstarken und bereits installierten WooCommerce-Plugins aus Ihrer Website einen Onlineshop.

Wir haben hier die monatlichen Kosten für Jahresabos angegeben. 

Vor-und Nachteile von WordPress.com

Kostenloser Tarif

Wenn Sie kein Problem mit Werbung und einer zugewiesenen Domain haben, können Sie mit der kostenlose Variante auf jeden Fall eine simple Webseite erstellen.

Keine Installation oder Wartung

Alles wird automatisch für Sie erledigt.

Support enthalten

Nicht telefonisch, aber dafür ist der Support per E-Mail und Live Chat auf Deutsch verfügbar.

Erweiterte E-Commerce-Funktionen

Sie bekommen die Premium-Version von WooCommerce, einer der leistungsstärksten Lösungen zum Erstellen eines Onlineshops.

Schlechtes Preis-Funktionen-Verhältnis

Andere Anbieter bieten ähnliche oder bessere Funktionen zu einem niedrigeren Preis.

Wenige SEO-Optionen

Wenn Sie nicht den Business-Tarif wählen, ist da wenig Potenzial, Ihre Seite für Suchmaschinen zu optimieren.

E-Commerce-Tarif kann nicht umsonst getestet werden

Sie müssen zahlen, um ihn sich genauer anzuschauen.

Könnte intuitiver sein

Man muss sich in WordPress deutlich intensiver einarbeiten als in andere Website-Baukästen.

Bewertung im Detail

Kriterium Bewertung Kommentare

Einfachheit

Die Anmeldung ist sehr unkompliziert, aber selbst der neue Editor ist nicht so intuitiv gestaltet wie der von Weebly oder Wix. Es gibt bestimmte WordPress-spezifische Macken (z. B. die umständliche Art und Weise, in der Menüs erstellt werden), unter denen das Nutzererlebnis leidet. Mit jeder neuen Version wird es allerdings besser.

Auswahl und Flexibilität der Designvorlagen (Templates)

Es stehen einige kostenlose Themes zur Auswahl. Weitere können ab dem Premium-Tarif freigeschaltet werden. Wenn Sie eines der individuellen Themes hochladen wollen, die in großer Zahl online verfügbar sind, benötigen Sie den Business-Tarif. Insgesamt ist die Anpassung der Themes schwieriger als mit einem klassischen Website-Baukasten.

Werbefrei

Ja

User sehen ein WordPress.com-Banner im Header und ein kleines Footer-Branding. Beides kann mit dem Premium-Tarif oder einem der höheren Tarife entfernt werden.

Sprachen

Der Service ist nur auf Englisch verfügbar. Sie können aber die Sprache für Ihre Nutzeroberfläche im Backend ändern. Für eine mehrsprachige Website brauchen Sie ein Plugin wie WPML (dafür ist der teurere Business-Tarif notwendig).

Funktionen

Eigene Domain (z.B. .de oder .com)

Ja

Im ersten Jahr ist eine kostenlose Standard-Domain mit dabei. Die Verlängerung kostet ca. 18€/Jahr.

E-Mail-Hosting ist nicht inbegriffen. Hierfür ist ein externer Dienst wie G-Suite oder Domainfactory erforderlich.

Tiefe der Navigation

Theoretisch gibt es keine Begrenzung. Es hängt lediglich von Ihrem ausgewählten Theme ab.

Widgets (kleine Tools mit Extrafunktionen)

Einige Widgets sind bereits installiert (Newsletter-Anmeldung für Mailchimp etc.). Plugins bieten sogar noch mehr Möglichkeiten, jedoch brauchen Sie hierfür  den Business-Tarif.

Geld verdienen

Ja

Sie können „WordAds“-Anzeigen zwar nicht mit dem kostenlosen Tarif schalten, ab dem Business-Tarif wird dieses Feature aber angeboten. WordAds ist die AdWords-Version von Automattic. Sie können aber auch Affiliate-Links hinzufügen oder gesponserte Blogbeiträge akzeptieren.

eCommerce

Hier wird WooCommerce verwendet. Das Ganze kann mit dem kostenlosen Tarif leider nicht getestet werden, da dafür der E-Commerce-Tarif erforderlich ist. Wenn Sie mehr über WooCommerce erfahren wollen, lesen Sie gerne unseren umfassenden Testbericht dazu.

Suchmaschinen-Optimierung (SEO)

Begrenzte, vorkonfigurierte Optionen. Sie können weder Titel noch Beschreibungen bearbeiten, ohne sich ein Plugin wie Yoast SEO zu holen, um die volle Kontrolle über Ihr SEO zu haben. Leider können Sie dieses Plugin erst ab dem Business-Tarif installieren.

Blog

Da WordPress ursprünglich aus der Welt des Bloggens stammt, sind Ihnen hier in der Regel keine Grenzen gesetzt.

Besucherstatistik

Das WordPress-Dashboard umfasst auch Statistiken. Für Google Analytics brauchen Sie ein Plugin.

Kontaktformular

Ja

Ein Standardformular lässt sich ganz leicht hinzufügen. Wenn Sie gerne umfangreichere Optionen hätten, können Sie ein Plugin wie Contact Form 7 installieren (vorausgesetzt, Sie haben den Business-Tarif).

Passwortschutz & Mitgliederbereich

Ja

Sie können jede Seite mit einem Passwort schützen. Außerdem eignet sich WordPress super, um Nutzern verschiedene Rollen mit entsprechenden Rechten zuzuweisen (Abonnent, Administrator etc.). Plugins für Mitgliederbereiche können ebenfalls hinzugefügt werden, dafür müssen Sie allerdings zum Business-Tarif upgraden.

Newsletter Versand

Nein

Ein Newsletter-Tool ist nicht enthalten. Wenn Sie allerdings Mailchimp nutzen, können Sie ein Anmeldeformular hinzufügen. Andere Anbieter können per HTML oder Plugin eingebunden werden.

Eigener HTML Code

Ja

Gar kein Problem. Über den HTML-Block können Sie externen Code hinzufügen.

Speicherplatz

3 GB - 200 GB

Das ist sehr großzügig! Auf diese Weise gibt‘s bei Standardprojekten keine Probleme aufgrund von zu wenig Speicherplatz. Ein weiteres Plus: Für Besucher oder Dateiübertragungen ist die Bandbreite unbegrenzt.

Backup und Wiederherstellung

Ja

WordPress speichert automatisch die letzten 25 Versionen jedes Beitrags und jeder Seite. Deshalb ist die Wiederherstellung von verlorengegangenem Content ein Kinderspiel. Sollte ein Plugin zu Fehlern Ihrer Website führen, können Sie sich direkt an den Support wenden.

Support

Ja FAQ

Ja Chat

Ja Email

Nein Telefon

Einer der größten Vorteile von WordPress.com ist der direkte Support auf Deutsch. Bei der kostenlosen Open-Source-Version ist er leider nicht enthalten. Der Support per Live Chat konnte uns bei unserem Problem sehr schnell weiterhelfen. Für Einsteiger ist es sicherlich hilfreich, sich einmal die Video-Bibliothek anzuschauen. Manche Support-Artikel sind leider nur auf Englisch verfasst.

Spaß-Faktor

Wir haben schon einfachere Web-Baukästen gesehen, aber dank dem neuen Block-Editor ist das Ganze schon viel benutzerfreundlicher. Jedes weitere WordPress-Update scheint das Nutzererlebnis insgesamt zu verbessern.

Gesamtbewertung

3.6/5

WordPress.com ist wirklich die einfachste Möglichkeit, eine WordPress-Webseite zu betreiben. Blöderweise ist es auch eine ziemlich teure Angelegenheit, da das volle Potenzial sich erst im Business-Tarif entfaltet.

Wie funktioniert WordPress.com?

Sie melden sich kostenlos an, wählen ein Theme aus und beginnen mit der Bearbeitung Ihrer Website, indem Sie Seiten und Inhalte hinzufügen. Dann können Sie entscheiden, ob Sie beim kostenlosen Tarif bleiben oder einen monatlichen Beitrag zahlen, um weitere Funktionen nutzen und die Seite mit Ihrer persönlichen professionellen Domain verknüpfen zu können.

An dieser Stelle ist es wichtig anzumerken, dass man WordPress manchmal als CMS bzw. Content Management System bezeichnet. Doch da es mit WordPress.com möglich ist, ganze Webseiten zu erstellen und zu hosten, würde ich eher die Bezeichnung „Website-Baukasten“ verwenden.

Grundsätzlich gilt es zu verstehen, dass WordPress ursprünglich eine Blogging-Plattform war und immer noch auf dem gleichen Format basiert:

  • Seiten: in der Regel statischer Content wie eine „Über uns“-Seite
  • Posts: Blogartikel, News oder regelmäßige Neuigkeiten. Mithilfe von Tags kann man sie gruppieren und normalerweise werden sie in umgekehrter chronologischer Reihenfolge angezeigt.

Was ist der Unterschied zwischen WordPress.com und .org?

Gute Frage. Wir haben einen umfangreichen Guide zu den Unterschieden zwischen WordPress.com und WordPress.org geschrieben und auch ein Erklärvideo (dieses finden Sie am Anfang dieses Artikels) dazu erstellt.

Hier die wichtigsten Unterschiede:

WordPress.com WordPress.org
Hosting Im Preis enthalten Anderer Hosting-Anbieter notwendig
Domain Kostenlos fürs erste Jahr, dann müssen Sie sie verlängern (ca. 15€ jährlich) Nicht enthalten
E-Mail Nicht enthalten Nicht enthalten
Installation und Updates Automatisch Manuell (oder durch Ihren externen Hosting-Anbieter)
Preise Ein kostenloser Tarif und vier kostenpflichtige Monatstarife Download und Installation sind komplett umsonst
Funktionen und Plugins Je nach Tarif begrenzt Alle verfügbar
Vorlagen für die Website Je nach Tarif begrenzt Alle verfügbar
Support Je nach Tarif verfügbar Keiner

Wie steht‘s mit dem neuen Editor?

Ende 2019 hat WordPress einen neuen Editor eingeführt, mit dem Sie Content auf Ihrer Seite hinzufügen und erstellen können. Früher gab es dafür den Classic Editor, den sogenannten „TinyMCE“. Dabei handelte es sich im Grunde um einen Texteditor. Der war zwar super, um Artikel zu schreiben, eignete sich aber nicht so sehr für komplexe Seiten (außer man konnte programmieren oder verließ sich auf Plugins von Drittanbietern).

Der neue Editor heißt „Gutenberg“. Er ist deutlich benutzerfreundlicher für Einsteiger, da Text, Medien oder andere Inhalte in Form von Blöcken hinzugefügt werden. Er ist standardmäßig installiert, wenn Sie es aber gewohnt sind, mit dem klassischen Editor zu arbeiten, können Sie ihn nach wie vor nutzen.

Umfangreiche Anleitung zur Verwendung von WordPress.com

Anmeldung

Der Einstieg mit WordPress.com ist denkbar einfach. Sie benötigen keine Kreditkarte und die Grundzüge Ihrer gesamten Website stehen in nur wenigen Klicks.

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Bei den ersten Schritten geht es um in erster Linie um allgemeine Dinge (noch keine Design- oder SEO-Optionen), aber es fühlt sich schon mal gut an, in weniger als 10 Minuten etwas erledigt zu haben.

Es gibt zwei große Nachteile: Zum einen kann man die eCommerce-Option nicht kostenlos testen. Zum anderen hat man den Eindruck, man wird direkt nach dem Einloggen dazu gedrängt, zu einem Bezahltarif zu wechseln – grundsätzlich kann man es ihnen ja aber nicht verübeln, dass sie Geld verdienen wollen.

Benutzerfreundlichkeit und die ersten Schritte

Wenn Sie zum ersten Mal eine Webseite erstellen, wird Ihnen eine Seite namens „Reader“ angezeigt, auf der Sie Neuigkeiten über andere Websites finden.

Da Ihnen das zu Beginn aber nicht viel hilft, sollten Sie einfach direkt zum Editor wechseln, indem sie oben links auf „Meine Website“ klicken.

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Wie gesagt, wird der Gutenberg-Editor automatisch aktiviert. Mit diesem ist es einfacher als vorher, Content wie Text und Medien mithilfe von sogenannten „Blocks“ hinzuzufügen. Es ist ein wirklich toller Editor, der jede Menge Platz für Text und Bilder bietet.

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Auch komplexere Elemente wie Tabellen, Buttons oder Anmeldeformulare lassen sich so leicht einfügen wie Text. Code oder Plugins sind nicht nötig (wie beim alten Editor) und Sie können sogar die Schriftfarben bearbeiten, ohne am Code herumzutüfteln.

Beachten Sie aber, dass Sie trotzdem ein Grundverständnis dafür haben sollten, wie WordPress mit Seiten und Beiträgen verfährt (siehe ganz oben in diesem Testbericht), um sich hier gut zurechtzufinden.

Es kann auch Probleme bei der Behebung von Fehlern geben, die für komplette Einsteiger verwirrend sein können, z. B., wenn der Editor in den HTML-Modus wechselt.

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Designs, Anpassung und Themes

Als dieser Testbericht geschrieben wurde, verfügte WordPress gerade über 293 Themes, sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige. Diese sind in 28 Kategorien eingeteilt, wie etwa Kunst, Blog, Mode, Magazin oder Fotografie. Man kann bei der Suche außerdem nach Funktion, Stil, Spalten und Layout filtern.

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Ein paar Anmerkungen:

  • Man kann mit dem kostenlosen Tarif keine seitenweiten Änderungen vornehmen oder CSS hinzufügen.
  • Um die offiziellen Premium-Themes kaufen zu können, brauchen Sie mindestens den Premium-Tarif.
  • Mit dem Business-Tarif können Sie weitere individuelle Themes freischalten (von Drittanbietern).

Außerdem kommt es auf das jeweilige Theme an, wie viele Anpassungsoptionen es dafür gibt. Beliebte Themes wie Avada oder BeTheme fungieren sogar als „modulare Theme-Baukasten“, das heißt, Sie können mit den bereits ausgewählten Elementen eine Vielzahl an Variationen erstellen.

Letzter Punkt: Es ist möglich, selbst ein individuelles Theme zu schreiben (oder jemanden dafür zu beauftragen). Aber stellen Sie sich darauf ein, eine Menge Zeit (bzw. Geld) investieren zu müssen.

Plugins und Add-ons

Eines der tollsten Dinge beim Basteln einer WordPress-Seite ist die Möglichkeit, sie mit Plugins individuell anzupassen. Als dieser Blogartikel verfasst wurde, standen 56.777 kostenlose und Premium-Plugins zur Auswahl.

Natürlich sind nicht alle davon erste Sahne. Jeder kann sein Plugin im Store hochladen, deshalb ist es immer wichtig, sich die Bewertungen anzuschauen und die Kompatibilität zu prüfen, damit es nicht zu Fehlern Ihrer Seite kommt. Trotzdem gibt es jede Menge, was Sie mit Plugins tun können:

  • Eine mehrsprachige Website erstellen
  • Ihre SEO-Optionen bestimmen
  • Exit-Intent-Popups verwenden
  • Wunderschöne Kontaktformulare einbinden
  • Newsletter integrieren
  • Ihr Theme umgestalten
  • Und vieles, vieles mehr …

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Jetzt kommt allerdings der Haken an der Sache:

Sie können nur manche davon installieren und zudem auch nur mit dem Business- und E-Commerce-Tarif.

Das Konzept dahinter ist, dass WordPress auf Basis Ihres Tarifs schon vorab Plugins auswählt. Bei Blogs sind beispielsweise schon die erweiterte Kommentarfunktion und Social-Media-Integrationen enthalten. Mit einem Onlineshop, wie Sie weiter unten sehen können, verfügen Sie über das Premium-Plugin WooCommerce.

Es ist alles so konzipiert, dass für Ihre Seite nur die Menge an Plugins installiert wird, die mindestens erforderlich ist. Dadurch läuft Ihre Seite besser, aber Sie büßen an Flexibilität ein. Meiner Meinung nach nimmt einem das ein wenig den Spaß am Herumspielen mit den verschiedenen Funktionen der Website.

Der E-Commerce-Tarif für Onlineshops

Wie oben angemerkt, ist eine der größten Ernüchterungen beim eCommerce-Tarif die Tatsache, dass man ihn nicht umsonst testen kann. Und bei 45$ im Monat kann es ein teurer Testlauf werden. Sie könnten stattdessen für circa 12$ im Monat das gleiche WooCommerce-Plugin auf einer eigenen Seite verwenden, die zum Beispiel bei SiteGround gehostet wird.

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Ein Vorteil ist allerdings, dass die Version von WooCommerce, die Sie hier bekommen, mit allem Schnickschnack ausgestattet ist:

  • Unbegrenzt viele physische und digitale Produkte verkaufen
  • Termine oder Abos werden ebenfalls unterstützt
  • Überall auf Ihrer Seite Produkte einbinden
  • Kundenmeinungen und Produktbewertungen
  • Jede Menge Bezahlmethoden (PayPal, Stripe, Kreditkarten, Banküberweisung, Zahlung bei Lieferung)
  • Kostenlose oder Echtzeit-Versandtarife
  • Support für Geolocation
  • Automatische Steuerberechnung
  • Kundenkonten, Checkout für Gäste
  • E-Mail-Templates
  • Rückerstattungen in einem Klick
  • Und vieles, vieles mehr …

Darüber hinaus erhalten Sie kostenlosen Support für Ihren Shop.

SEO-Optionen

Die Indexierung Ihrer Website ist bei allen Tarifen möglich, den SEO-Titel oder die Beschreibungen können Sie aber ebenfalls nur mit dem Business- oder einem höheren Tarif optimieren – selbst bei einem unverzichtbaren Plugin wie Yoast SEO.

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Optimieren Sie Titel und Beschreibung mit dem Plugin Yoast SEO.

Das ist wirklich ein enormer Nachteil bei der Nutzung des Persönlich- oder Premium-Tarifs für Blogs, Portfolios oder kleine Unternehmen. Vor allem ist es deshalb schade, weil WordPress insgesamt wahrscheinlich das beste Tool im Hinblick auf SEO-Optionen im Allgemeinen ist.

Google Analytics

Daten zu seinen Besuchern und seiner Website-Performance zu erheben ist meiner Meinung nach ein weiteres Feature, das für jeden zur Verfügung stehen sollte. Bei WordPress ist das leider nur mit dem Premium- oder einem höheren Tarif möglich.

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Die WordPress-App

Wenn Sie lieber mit Apps statt mit Websites arbeiten, können Sie die Desktop-App von WordPress herunterladen. Diese ist verfügbar für Windows 7 oder höher, Mac OS 10.9 und Linux. Es gibt außerdem iOS- und Android-Versionen.

Wie funktioniert die App? Sie erstellt eine lokale Kopie der Webseite auf Ihrem PC und ermöglicht es Ihnen, Bearbeitungen, Aktualisierungen und Uploads von dort aus vorzunehmen.

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Aber … sie funktioniert weder offline noch als Staging-Umgebung. Verwerfen Sie also am besten gleich wieder die Idee, nebenher im Zug oder im Urlaub einen Blogartikel zu schreiben und ihn dann zu veröffentlichen, wenn Sie wieder in der realen Welt angekommen sind. WordPress verkauft die App als Möglichkeit, „ohne Ablenkungen“ zu arbeiten, aber mir ist der Sinn dahinter nicht ganz klar – bis irgendwann Offline- oder Staging-Optionen angeboten werden.

Support und Fehlerbehebung

Wenn Sie WordPress selbst installieren, sind Sie in der Regel auf sich allein gestellt. Es besteht kein offizieller Support und Sie müssen sich Ihre Antworten in den Foren der Community zusammensuchen. Das kann nervig sein, lange dauern und zu Frust führen. Und glauben Sie mir: Es wird Dinge geben, die nicht funktionieren, insbesondere, wenn es um Plugins von Drittanbietern und Software-Updates geht.

Einer der größten Vorteile davon, Geld für einen WordPress.com-Tarif hinzulegen, ist es also, sich an einen eigenen Support wenden zu können. Ich habe die Erfahrung gemacht, im Live Chat schnell hilfreiche Antworten zu bekommen. Das Beste war, dass man mir sogar Hilfe für Plugins von Drittanbietern angeboten hat, und das ist mir beim Support anderer Website-Baukasten noch nie untergekommen.

Folgendes steckt für Sie drin:

  • Gute Video-Tutorials
  • FAQ
  • Bei allen Tarifen Support rund um die Uhr per E-Mail und Live Chat
  • Leider kein telefonischer Support

Beachten Sie, dass Sie bei höheren Tarifen keinen schnelleren Support erhalten.

Hosting, Speicherplatz und Sicherheit

WordPress ist wirklich großzügig, was Speicherplatz und Bandbreite angeht Letztere ist unabhängig vom Tarif komplett unbegrenzt, was echt super ist.

Im Hinblick auf den Speicherplatz erhalten Sie mit einem kostenlosen Tarif 3 GB, mit Bezahltarifen bis zu 200 GB. Das ist ein riesiges Datenvolumen und wahrscheinlich geeignet für Webseiten, auf denen die eigenen Videos gehostet werden sollen, statt sie über YouTube oder andere Plattformen zu streamen (mit mindestens Premium-Tarif).

SSL und Firewalls

Die Sicherheits-Datenverschlüsselung ist ohne zusätzliche Kosten standardmäßig für alle Seiten aktiviert. Darüber hinaus erhalten Sie eine integrierte Firewall zum Schutz vor Kontoübernahmen (wenn Betrüger versuchen, sich in Ihr Konto einzuloggen) und können eine 2FA-Option (Zwei-Faktor-Authentifizierung) zur Erhöhung der Sicherheit nutzen.

Interessant zu wissen: Sogenannte „White-Hat-Hacker“ (die Guten unter den Hackern), können den WordPress-Code auf Fehler oder Schwachstellen testen und dank des Bug-Bounty-Programms von HackerOne eine Belohnung erhalten.

Backups und Wiederherstellung

Es gibt eine nützliche Autosave-Funktion, mit der Sie dank der automatischen Speicherung nach Bedarf früheren Content zurückholen können. Für ein Backup und die Wiederherstellung der gesamten Seite verwendet man am besten ein Plugin wie das WordPress Backup-Plugin oder BackupBuddy. Wie Sie sich jetzt bestimmt schon denken können, ist dies aber nur mit den höheren Tarifen möglich.

Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, sich an den Support zu wenden, der Ihnen möglicherweise weiterhelfen kann.

Staging

Staging ist eine erweitere Funktion, mit der Sie an einer Offline-Version Ihrer Seite arbeiten können. Diese ermöglicht es Ihnen, beispielsweise zu testen, ob Ihre Seite noch richtig dargestellt wird, wenn Sie ein neues Plugin hinzufügen. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, können Sie die Änderungen in der Live-Version veröffentlichen.

Hier handelt es sich um eine wirklich nützliche Funktion bei den ausgereifteren WordPress-Hosting-Lösungen, bei denen eine kleine Änderung im Code des Themes oder ein Plugin-Update Ihre Website komplett zerschießen kann.

Aber … das Feature ist hier leider nicht verfügbar.

Seitenmigration

Wenn Ihnen das, was Sie über WordPress.com gelesen haben, gefällt, möchten Sie nun vielleicht eine Seite von einer anderen Plattform darauf umziehen? Das ist möglich dank der Import-/Export-Funktion, und zwar für:

  • WordPress.org-Seiten
  • Blogger
  • Wix
  • Squarespace
  • Und weitere …

Diese Tools ersparen Ihnen zwar möglicherweise viel Zeit, aber Sie können sich nie auf einen reibungslosen Umzug Ihrer Seite verlassen. Als ich von Wix eine Testseite importiert habe, hat es sie so sehr zerschossen, dass sie nicht mehr wiederzuerkennen war, also musste ich trotzdem eine Menge meines Contents manuell bearbeiten, damit er in mein Theme passte. Ich kann mir aber vorstellen, dass vielleicht die gleichen Probleme auftreten, wenn man die Seite auf eine andere Plattform verschiebt.

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Durch dieses kleine Experiment ist mir klar geworden, wie viel einfacher Wix in der Bedienung ist. Wenn für Sie beide Optionen in Frage kommen, lesen Sie auf jeden Fall unseren ausführlichen Testbericht zu Wix vs. WordPress.

Fazit unseres Testberichts – Lohnt sich WordPress.com?

Beginnen wir doch mit der ursprünglichen Frage aus dem Titel dieses Testberichts: Was genau hat WordPress.com denn zu bieten? Im Wesentlichen:

  • Eine einfache Installation
  • Einen schnellen Einstieg
  • Sorgenfreiheit hinsichtlich Wartung und Sicherheit
  • Exzellenten Support
  • Hosting

Auch der Block-Editor und die vorausgewählten Plugins sorgen für ein besonders angenehmes Benutzererlebnis, das die WordPress-Software noch kundenfreundlicher macht als je zuvor.

Es wurde in diesem Artikel zwar mehrmals erwähnt, aber da es meiner Meinung nach ein großes Ärgernis ist, sei an dieser Stelle noch einmal gesagt: Es ist enttäuschend, dass der Funktionsumfang so sehr vom gewählten Tarif bestimmt wird. Das gilt besonders für den kostenfreien und den Persönlich-Tarif:

  • Dürftige SEO-Optionen
  • Keine Möglichkeit, Plugins hinzuzufügen
  • Eingeschränkte Auswahl an Themes und Designs

Sie müssen bis zu 25€ im Monat für einen Business-Tarif hinlegen, um wirklich alle Vorteile der WordPress-Plattform genießen zu können, und selbst dann umfasst das weder Staging noch E-Mail-Hosting. Nicht der beste Deal, den man für sein Geld bekommen kann.

Trotzdem bin ich überzeugt, dass die Nutzung von WordPress.com absolut Sinn ergibt, wenn man schon immer mal diese leistungsstarke Plattform ausprobieren wollte, aber noch nicht bereit war, sich mit den technischen Details zu befassen oder womöglich den Kopf über das Hosting der eigenen Seite zu zerbrechen.

Mehr zum kostenlosen Tarif von WordPress.com erfahren.

Über Annika Müller

annika müller

Hallo! Mein Name ist Annika und ich teste seit mehreren Jahren digitale Tools, einschließlich Website-Baukästen. Wenn Sie also Fragen zu diesem Thema haben, helfe ich Ihnen gerne weiter!

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